Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 440)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476288--8245-3484394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Kaplan 437 verdient haben, ferner 15 Personen, die während der ganzen Zeit zwei bis drei Pfund verdient haben, d. h. etwa 40 bis 50 Piaster monatlich. Ferner 45 Personen, die während der sechs Monate 4 bis 6 Pfund verdient haben, und 48 Personen mit 8 bis 9 Pfund; das heißt, daß Hvinderte von Familien weniger als ein Pfund monatlich verdient haben. In Bezug auf die Kibbuzim in den Kolonien haben wir festgestellt, daß im Laufe des Jahres 1930 der Verdienst auf jeden Erwachsenen bis 2K> Pfund monatlich ausgemacht hat. In den letzten Monaten hat sich die Lage noch weiter verschlimmert. Nur 30 Prozent der Mitglieder der Kibbuzim haben Arbeit, die übrigen 70 Prozent sind arbeitslos. Die täglichen Ausgaben für Ernährung wurden in den Kibbuzim auf 2 34 bis 3 Piaster pro Person herabgesetzt, die täglichen Gesamtausgaben pro Person auf 5 Piaster. Aber auch diese Beträge gehen nicht immer ein. Ich bedaure sehr, daß es uns nicht gelungen ist, die Aufmerksamkeit des Kongresses auf diese brennende Frage zu lenken. Es wird keine Ruhe im Lande sein, solange der jüdische Arbeiter arbeitslos ist und hungert. Der von der Kommission eingebrachte Antrag b) soll als Warnung an die Zionistische Organisation und an die kommende Zionistische Exekutive dienen. Antrag b) wird angenommen. BERICHTERSTATTER KAPLAN zum Antrag c): Einer der wichtigsten Gründe für die Verschärfung der Arbeitslosigkeit ist die Beeinträchtigung der Rechte der jüdischen Arbeiter bei den Regierungsarbeiten. Bei den Chausseearbeiten vom Toten Meer nach Jericho, die zum großen Teil aus den Geldern der Novomejski-Gesellschaft durchgeführt werden, mußten wir einen schweren Kampf mit der Regierung führen, bis uns unter sehr schweren Bedingungen ein Viertel der Arbeit zu den Preisen der Regierung übergeben wurde. Die übrige Arbeit wurde arabischen Unternehmern übergeben, die teilweise arabische Arbeiter aus Transjordanien für 6 bis 7 Piaster täglich 12 bis 14 Stunden beschäftigen. Es werden bei den öffentlichen Arbeiten Kinder und Frauen exploitiert. Bei den Hafenarbeiten in Haifa ist trotz mehrmaliger Versprechungen der Prozentsatz der jüdischen Arbeiter beim Hafenbau viel kleiner als der Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung im Lande. Um doch einen Teil dieser Arbeit zu bekommen, haben wir uns einverstanden erklärt, für Kontraktpreise zu arbeiten. Wir haben eine Kontraktgruppe geschaffen, die einen Teil der Steinbrucharbeiten in Atlith übernommen hat. Die Regierung und die Araber haben von dieser jüdischen Gruppe gelernt, wie die Arbeit zu organisieren und der Preis der Bausteine herabzudrükken ist. Trotzdem aber die Regierung anerkannt hat, daß dieser Versuch der jüdischen Arbeiter gelungen ist, nimmt der Prozentsatz der jüdischen Arbeiter immer mehr ab, während die Gesamtzahl der Arbeiter bei diesen Arbeiten erhöht wird. Wir haben nicht einmal die fachmännischen Betonarbeiten bekommen, die uns nach dem Versprechen des High Commissioner übergeben werden sollten. Wir haben eine Reihe von Forderungen wegen der Regelung bei der Übernahme der Arbeit und der Übernahme der Arbeit selbst vorgebracht. Zwar hat sich in den letzten Tagen infolge des Druckes aus London die Lage ein wenig gebessert, ich glaube aber, daß dies nicht ausreicht, und wir verlangen in dieser Sache eine Stellungnahme des Kongresses. Antrag c) wird einstimmig angenommen, ebenso Antrag d).