Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 436 (sequence 439)
- Language
- German, English, Hebrew
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436 Kongreß-Sitzung: Bericht d. Kommission für Immigration u. Arbeit 1. Die Sicherung jüdischer Arbeit in allen Zweigen jüdischer Wirtschaft in Palästina ist eine unbedingte Notwendigkeit des Wachstums des jüdischen Jischuws und der Verwirklichung des Zionismus. 2. Gute Arbeitsbedingungen sind eine Voraussetzung der Verwurzelung jüdischer Arbeit, der Aufnahme der jüdischen Immigration, einer menschenwürdigen Existenz des jüdischen Arbeiters und seiner organisatorischen Kraft, die jüdische Arbeit zu schützen weiß. Der Kongreß verpflichtet alle Mitglieder der Zionistischen Organisation, sowie alle diejenigen Institutionen und Unternehmungen, welche von der Zionistischen Organisation bezw. ihren Institutionen unterstützt werden, das Prinzip jüdischer Arbeit zu wahren. b) Mit Sorge stellt der Kongreß die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Lande, welche eine Folge der politischen Situation in Palästina und der Weltkrise ist, sowie die Benachteiligung der jüdischen Arbeiter bei Vergebung von Regierungsarbeiten fest, und beauftragt die Exekutive, alle Mittel, die die Besserung der Situation herbeiführen, zu ergreifen. c) Der Kongreß stellt fest, daß trotz des Briefes des englischen Premierministers, in welchem die Palästinaregierung verpflichtet wird, bei den öffentlichen Arbeiten jüdische Arbeiter im Verhältnis zum Beitrag des Jischuw in Palästina zu den Einnahmen der Palästinaregierung zu beschäftigen, die Regierung diese Pflicht nicht erfüllt hat. Der Kongreß fordert von der Palästinaregierung, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und dem jüdischen Arbeiter seinen ihm zukommenden Teil bei den öffentlichen Arbeiten unter günstigen Arbeitsbedingungen zu sichern. d) Mit Bedauern stellt der Kongreß fest, daß die Durchführung verschiedener öffentlicher und Bauarbeiten seitens öffentlicher und nationaler Institutionen und Gesellschaften immer wieder aufgehalten wird. Die Verzögerung dieser Arbeiten verschärft die Arbeitslage im Lande. Der Kongreß fordert daher von der Leitung der Jewish Agency, energische Mittel zu ergreifen und die betreffenden Institutionen und Gesellschaften dazu zu veranlassen, die erwähnten Arbeiten in Kürze durchzuführen. e) Mit Befriedigung begrüßt der Kongreß die Schaffung eines Arbeitsfonds aus den Mitteln des Jischuw zum Zwecke der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Lande, und fordert von der Zionistischen Exekutive und der Jewish Agency, sich an diesem Fonds zu beteiligen. Anmerkung: Minderheitsvolum: Es sollen die Worte hinzugefügt werden: „dessen Leitung sich aus allen daran Beteiligten zusammensetzen soll". f) Der Kongreß betont die Wichtigkeit der Schaffung eines speziellen Fonds für Arbeitslosen- und Invalidenversicherung und verpflichtet die Leitung der Jewish Agency, sich an diesem Fonds, dessen Leitung sich aus allen daran Interessierten zusammensetzen soll, mit einer bestimmten Summe zu beteiligen. g) Um die Lage der Arbeiter zu erleichtern und sie im Lande zu verwurzeln, betrachtet es der Kongreß als eine Lebensnotwendigkeit, für verheiratete städtische Arbeiter Hilfswirtschaften zu errichten, und beauftragt die Zionistische Exekutive, energische Mittel zu ergreifen, um für diesen Zweck billigen Kredit zu erlangen. Antrag a) wird ohne Debatte angenommen. BERICHTERSTATTER KAPLAN zum Antrag b): Es befinden sich gegenwärtig in Erez Israel etwa 3000 Arbeitslose, davon die Hälfte in den Städten und die Hälfte in den Kolonien. In den Städten gibt es Hunderte von Arbeitslosen, die seit mehreren Monaten ohne Arbeit sind. Wir haben in der letzten Zeit eine Teilenquete in Haifa und eine gewisse Untersuchung in den Kibbuzim in den Kolonien vorgenommen. Die Lage ist eine sehr schwere. So gibt es z. B. in Haifa unter den 246 untersuchten Familien 20 Personen, die im Laufe der letzten sechs Monate nichts