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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 395

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 395 (sequence 398)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Katznelsoriy Lichtheim 395 und arbeiten, mit zusammengebissenen Zähnen und bitterem Herzen, arbeiten mit großen Opfern und wissen, daß nur Eure Kraft und Eure Arbeit die "Welt zwingen werden, die ungünstige politische Konjunktur zu ändern, in der wir leben. Wir leugnen diese schlechte politische Konjunktur nicht, aber wir glauben, daß nicht durch Hysterie, Schreien, schöne Worte und lauten Beifall die Schaffenskraft und der Erlösungswille des jüdischen Volkes geweckt werden. Es ist unernst und einer politischen Bewegung unwürdig, ihr politisches Programm von heute auf morgen zu ändern. Ein politisches Programm wird nur einmal geschaffen, es ist „Mattan thora'*. Und Herzl, der große Maximalist, hat die schmale Formel des Basler Programms geschaffen; die Bewegung, zufrieden oder unzufrieden, nahm es an, und so wurde der Zionismus. Vielleicht wird einmal eine Zeit kommen es zu ändern, aber'nicht jeder erste beste Kongreß, nicht jede Parteikonferenz darf ein historisches Programm umstoßen. Auf die Frage der Erziehung unserer Bewegung, auf die Frage, wie wir weiterzubauen und unseren Weg weiterzugehen haben trotz allem und gegen diese ganze Welt, gegen unsere eigene Schwäche, auf die Frage unserer politischen Lage, auf die Frage der Beziehungen zu unseren Nachbarn und Nachbarländern, auf die Frage der Verantwortung für unsere künftige Arbeit gebt Ihr keine Antwort; ohne Antwort auf all diese Fragen speist Ihr das jüdische Volk wie ein Kind mit Süßigkeiten ab, die nicht helfen, nicht speisen und nicht heilen. Die Lage ist sehr schwer und der Zionismus noch sehr schwach, weil für manche der Zionismus nur ein Trip zum Kongreß ist und weil die große Masse willig und leicht mit klingenden Phrasen zu führen ist. Weil wir Sie aber von dieser Flucht ins Ungewisse weg auf den einzigen, schweren Weg der Arbeit und des Schaffens führen wollen und führen müssen, deshalb beantragen wir: Übergang zur Tagesordnung (Lebhafter Beifall). RICHARD LICHTHEIM (Rev., Südafrika): Ich will mich nur mit wenigen Worten gegen den Geschäftsordnungsantrag wenden, der hier eingebracht wurde. Wenn es eines Beweises bedürfte, wie notwendig es für den Zionismus ist, sich auf sein Ziel zu besinnen, so ist es die Tatsache, daß ein solcher Antrag eingebracht werden konnte. Seit Jahren tobt im Zionismus der Kampf um den Begriff des zionistischen Zieles, ein Kampf, der nie hätte geführt werden dürfen, wenn diese Bewegung richtig geleitet worden wäre. Es ist nicht unsere Schuld, daß diese Frage aufgerollt wurde. Aber sie mußte aufgerollt werden aus Gründen der äußeren Politik, weil diese äußere Politik Schritt für Schritt darauf ausging, durch Verkleinerung unseres Zieles die Basis der realen Arbeit in Palästina zu verkleinern, und aus Gründen der inneren Politik, weil die Bewegung selbst dadurch ihre Kraft im Judentum einbüßt. Darum ist es notwendig, daß der Zionistenkongreß ein klares Wort spricht. Die Ereignisse der beiden letzten Jahre und die Äußerungen von führender zionistischer Seite auch noch in den Tagen des Kongresses sollten es allen klar machen, wie nötig es ist, daß der Kongreß spricht. Darum ist es nicht würdig, dieser Klarstellung durch Ubergang zur Tagesordnung auszuweichen. Sagen Sie Ja oder Nein, aber geben Sie eine Antwort und verwerfen Sie darum den Antrag auf Übergang zur Tagesordnung. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Es liegt von revisionistischer Seite ein Antrag vor, über den Antrag auf Übergang zur Tagesordnung namentlich abzustimmen.

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