Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 397)
- Language
- German, English, Hebrew
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394 iy. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission Zionismus von jener kleinen Gruppe gerettet, die sich von dem leichten Weg des Charterismus und der Diplomatie abwandte, den langsamen und schweren Weg nach Palästina einschlug und mit ihrer Arbeit positive Grundlagen für unsere Wirtschaft, für unsere Einwanderung, unsere Kultur und unsere politische Zukunft zu schaffen begann (Beifall). Ich spreche im Namen der Bewegung, die das Regime Abdul Hamids und des „roten Zettels" durchgemacht hat, die auf dem Posten stand in den Jahren des Krieges und der Okkupation, die den Haschomer und den jüdischen Selbstschutz geschaffen hat, die dem Zionismus Tel Chaj gegeben hat und Kämpfer unter illegalen Bedingungen früher im zaristischen und jetzt in Sowjetrußland, und die den Zionismus aus einer Bewegung von Worten in wahres Heldentum, in wahre Verwirklichung verwandelt hat. Im Namen dieser Bewegung schlage ich Ihnen vor, über den revisionistischen Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Ich will kein außenpolitisches Argument gebrauchen, obwohl ich und mit mir der Jischuw und jeder Zionist, der ein Gefühl dafür hat, was wir geschaffen haben, Zahl und Stärke der Revisionisten wohl zu schätzen weiß. Aber ich will nicht den Weg jener gehen, die uns diese Debatte aufgezwungen haben, die für uns schädlich ist, weil sie nur eine Folge gehabt hat: Jahre hindurch alle unsere Feinde gegen uns zu mobilisieren, jahrelang die merkwürdige Aufgabe jenes Menschen zu erfüllen, der in einem finsteren Wald laut schreit und dadurch nur den Bären herbeiruft. Von einem rein innerzionistischen Standpunkt will ich sprechen, von der Aufgabe, die diese Resolution und die Propaganda für sie in der Erziehung des jüdischen Volkes für die Verwirklichung des Zionismus erfüllt hat. Jahrtausende träumten die Juden von dem vollen Inhalt der zionistischen Idee, trugen sie in ihre Gebete, ihr Weinen und ihre Bücher hinein — nur eines fehlte ihnen: die Kraft zum Willen, den Traum zur Tat werden zu lassen. Deshalb kamen bei uns pseudomessianische Bewegungen auf, deshalb schlugen alle realen Versuche wie der des Don Josef Hanassi fehl. Da kam unser Lehrer und Führer Herzl und wollte den zionistischen Traum zur Tat machen, wollte uns lehren, das jüdische Volk zu heilen von der Atrophie des Willens und eine Bewegung schaffen, die ihre Idee durchzusetzen weiß. Der große Schwung zerbrach aber an der schweren politischen Konjunktur und dem Unwissen um den Weg der Verwirklichung des Zionismus. Unsere Bewegung sah keinen Weg vor sich. Da kam jene kleine, schwache und einsame Gruppe, die dem jüdischen Menschen zeigte, daß der Zionismus mit dem individuellen Leben verbunden werden kann, daß jeder den Zionismus in seinem Leben verwirklichen muß und daß nur jene, die diesen Weg realer politischer Tätigkeit gehen, den Zionismus zur Verwirklichung führen. Jene aber, die in hohen Tönen vom Judenstaat sprechen, sie verführen das Volk. In den letzten zwei Jahren, den schwersten unserer Bewegung, Jahren der größten Gefahr, über die uns nur der entschlossene Wille des Volkes hinweghalf, da wurde von unseren Judenstaatlern die Losung der „Pause" ausgegeben, unsere Arbeit nicht weiterzuführen. Das war ihre einzige praktische Antwort in dieser Zeit. In diesen Jahren, da wir fast mit Gewalt die jüdische Jugend auf den Weg des Chaluz brachten, mußten wir den jüdischen Massen sagen: Niemand wird Euch helfen, alles habt Ihr gegen Euch, und wenn Ihr Euch befreien wollt, müßt Ihr lernen: nicht reden, sondern tun, nicht schreien, sondern schweigen