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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 388

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 388 (sequence 391)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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388 i$. Kongreß-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission es unritterlich, kleinlich und politisch sinnlos, diesen Antrag, wie ihn die Politische Kommission hier vorschlägt, zu stellen (Beifall). Ist aber der Rücktritt Weizmanns keine vollzogene Tatsache, dann sollten seine Gegner, die durchaus das Recht haben, seine Kandidatur zu bekämpfen, mit offenem Visier kämpfen, aber nicht mit versteckten Waffen und Pfeilen aus dem Hinterhalt (Lebhafter Beifall). Es gibt ein konstitutionelles Organ des Kongresses, wo über die künftige Exekutive entschieden wird, und dort ist der Platz, wo die Gegner Weizmanns mit offenen Waffen gegen seine Kandidatur kämpfen können. Aber hier ist beabsichtigt, dem Beschluß des Permanenzausschusses künstlich vorzugreifen. Wir sind der Meinung, daß dies in dieser Stunde und in dieser Form verhindert werden muß, und bitten daher den Kongreß, den Übergang zur Tagesordnung über Resolution II der Kommission zu beschließen (Beifall). BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Als Vertreter der Majorität der Politischen Kommission bin ich verpflichtet, nicht nur gegen den geschäftsordnungsmäßigen Antrag Arlosoroff zu sprechen, sondern noch viel schärfer gegen die von ihm gewählte Form der Begründung. Die Politische Kommission besteht aus erwachsenen und urteilsfähigen Delegierten, ebenso der Kongreß. Und der Inhalt unseres Antrages ist so primitiv klar gefaßt, daß es nicht der Belehrungen durch Herrn Dr. Arlosoroff bedurfte, um vor dem Kongreß etwas zu „demaskieren". Der Antrag sagt klar, was er sagen will, und das wollte die Majorität der Kommission sagen. Wir wollten durch diesen Antrag der zionistischen Öffentlichkeit klipp und klar zum Ausdruck bringen, daß wir die Äußerung des Präsidenten Dr. Weizmann im Interview für falsch halten und zurückweisen, sowie seine Erklärungen für nicht genügend erachten. Dr. Arlosoroff hat gesagt, daß die Gefahren des Interviews, auf die übrigens er selbst und seine Gesinnungsgenossen in ihrer Interpellation so scharf hingewiesen haben, durch die Erklärung Dr. Weizmanns beseitigt seien. Es ist das gute Recht des Kongresses, zu beurteilen, ob die Erklärungen Dr. Weizmanns zur Beseitigung der Gefahren ausreichend sind oder nicht. Sie, Herr Arlosoroff, waren es, der dem Plenum sagte, man müsse ruhig erwägen und die ganze Frage müsse an die Politische Kommission verwiesen werden. Nun hat die Politische Kommission beraten und sagt, die Erklärungen seien unzureichend. Wo ist die Maske, wozu braucht es dann Ihres überlegenen Scharfblicks, um die Resolution zu demaskieren? (Lebhafter Beifall.) Dr. Arlosoroff sagt nun, daß man einen Mißtrauensantrag gegen Weizmann meine und nicht den Mut hatte, ihn offen vorzubringen. Diese Unterstellung weise ich aufs schärfste zurück. Mir hat Präsident Weizmann hier attestiert, daß ich den Mut hatte, die Verantwortung für seine Politik in den letzten sechs Monaten zu übernehmen. Das tue ich auch heute. Und wenn es sich um einen Mißtrauensantrag gegen Weizmanns Politik handeln würde, so wäre ich der erste, der dagegen spräche. Wir sprechen hier aber nicht über die Politik Weizmanns, sondern über die Äußerungen Weizmanns zur Frage des Endzieles des Zionismus. Wenn Dr. Arlosoroff weiter gesagt hat, unser Antrag sei eine Kampfansage persönlicher Natur gegen Weizmann, so weise ich dies zurück. Die Resolution hat nichts mit der Person Weizmanns zu tun. Aber ich sage: Die Erklärungen Weizmanns im I.T.A.-Interview und seine Rede bei der Aktionskomitee- Sitzung in Berlin betrachten wir als Kampfansage an die zionistische Bewegung

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