Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 390)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Locker, Arlosoroff 387 lution bezüglich des I.T.A.-Interviews und der Erklärung Dr. Weizmanns abgestimmt werden soll. Würde über die Resolution wegen des Interviews zuerst abgestimmt werden, so wäre das gegen den ausdrücklichen Beschluß des Kongresses, der die Politische Kommission beauftragt hat, vor allem andern über die Formulierung des Endzieles der Bewegung zu beraten und dem Kongreß zu berichten. Es wäre unangebracht, daß die Resolution von geringerer Bedeutung gegenüber der von grundlegender Bedeutung den Vorrang erhält (Beifall). BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Die Politische Kommission bittet den Kongreß, die Abstimmung in der von mir vorgeschlagenen Reihenfolge vorzunehmen. Es ist wohl richtig, daß sie den Auftrag erhalten hat, eine Endzielresolution dem Kongreß vorzulegen. Sie hat den Auftrag jedoch so verstanden, daß sie das ganze Material, soweit es das Endziel betrifft, klären soll. Die Stellungnahme zum Interview des Präsidenten Weizmann bedeutet eine Stellungnahme zu dem Komplex der Fragen, mit denen sich zu beschäftigen der Auftrag des Kongresses an die Politische Kommission war. Daher glaube ich, daß die von mir vorgeschlagene Reihenfolge der Abstimmung keinen Verstoß gegen den Auftrag des Kongresses bedeutet. Was überdies die sachlichen Gründe betrifft, so liegen diese darin, daß die Majorität der Kommission der Ansicht war, die Situation auf dem Kongreß und die Stellungnahme zu diesen Fragen würden schneller geklärt werden, wenn zunächst in der negativen Form zum Interview Weizmann Stellung genommen würde. Wir glauben, daß die Stellungnahme zu den übrigen Resolutionen sich klarer wird vollziehen können, wenn die Stellungnahme zum aktuellen Vorgang abgeschlossen sein wird. Daher bitte ich, den Antrag der Politischen Kommission in Bezug auf die Reihenfolge der Abstimmung anzunehmen. Bei der Abstimmung wird der Antrag Locker mit 104 gegen 123 Stimmen abgelehnt. Dr. CHAIM ARLOSOROFF (Arb., Erez Israel): Ich beantrage, über die Resolution II (Mißbilligungsantrag gegen Weizmann) der Politischen Kommission zur Tagesordnung überzugehen. Durch die Begründung dieses meines Antrages möchte ich nur eines erreichen: daß der Kongreß weiß, worum die Abstimmung geht. Dieser Antrag braucht nämlich eine Demaskierung. Ich muß feststellen, daß das, worum es sich hier handelt, nicht etwa die Abwendung von Gefahren ist, die in dem Weizmann-Interview enthalten sein konnten. Diese Abwendung haben wir in der Interpellation besorgt, und der Präsident ist deutlich von den gefährlichen Interpretationen, die aus seinem Interview abgeleitet werden konnten, abgerückt. Der Sinn des Antrages der Politischen Kommission ist auch nicht, sich über das Endziel zu äußern, denn es liegt eine ausführliche Endzielresolution vor. Der Antrag bedeutet ferner nicht ein technisches Mißtrauensvotum gegen Weizmann und die Exekutive, an deren Spitze er gestanden hat. Für einen solchen Mißtrauensantrag gibt es einen bestimmten Augenblick, den Augenblick der Decharge, aber die Herren, die diesen Antrag stützen, hatten nicht den Mut, ihn offen am gehörigen Orte zu stellen. So hat er nur einen Sinn: Die Kampfansage gegen einen Mann, Kampfansage gegen den Mann, der dreizehn Jahre lang der Präsident der Zionistischen Organisation gewesen ist (Oho- Rufe). Entweder ist der Rücktritt Weizmanns eine vollzogene Tatsache, dann ist 25*