Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 385)
- Language
- German, English, Hebrew
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382 i8. Kongreß-Sitzung: Bericht der Immigrationskommission Die Palästinaämter haben aber praktische Fragen von Alijah und Hachscharah zu behandeln, und es ist daher gerecht, daß in diesen Fragen in erster Linie den Chaluzim das Wort gehört. Der Vorschlag der Mehrheit will aber die Macht in den Palästinaämtern den politischen Parteien überliefern. Mein Vorschlag, daß die eine Hälfte der Palästinaämter aus den politischen Parteien nach ihrer Stärke im Kongreß, die zweite Hälfte aus den bestehenden Chaluz-Organisationen zusammengesetzt sein soll, schafft die Möglichkeit eines Kompromisses. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich mache dem Kongreß die Mitteilung, daß das Administrative Committee der Jewish Agency soeben zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahre zusammengetreten ist. Dr. IGNAZ SCHWARZBART (Allg., Westgalizien): Die bisherige Zusammensetzung der Palästinaämter benachteiligt die Chaluzbewegung der Allgemeinen Zionisten. Deshalb treten wir für den Mehrheitsantrag der Kommission, d. h. für eine proportioneile Zusammensetzung der Palästinaämter ein. Ich wundere mich, wie ein Vertreter einer demokratischen Richtung hier dieses demokratische Prinzip der Proportion angreifen und für den mechanischen Schlüssel 50 zu 50 eintreten konnte. Wir wollen endlich einmal der Meinung ein Ende machen, daß der Allgemeine Zionismus nicht an der Chaluzbewegung interessiert sei. Wir betrachten aber die Chaluzbewegung nicht als Monopol einer Partei, sondern wollen mit Euch eine positive Kraft in der Chaluzbewegung werden. Ich bitte den Kongreß, sich auf den paritätischen Standpunkt zu stellen und für Resolution D zu stimmen (Beifall). LEON KUBOWITZKY(Arb.,Ostgalizien) begründet sein Minderheitsvotum: Ich schlage Ihnen ein Mittel vor, das eine friedliche Arbeit in den Palästinaämtern ermöglicht. Wir in Belgien haben den Chaluzim eine proportionelle Vertretung im Palästinaamt gegeben und dadurch das Recht der Selbstbestimmung. Durch eine proportionelle Vertretung der politischen Parteien ist uns die Möglichkeit der Kontrolle gesichert. Machen Sie aber nicht die Palästinaämter zu einem Spiegelbild der politischen Parteien, denn dadurch tragen Sie den politischen Kampf hinein und entmutigen die Chaluzbewegung. ISRAEL MEREMINSKI fragt den Vorsitzenden, ob der Vorschlag der Mehrheit der Kommission den 25.000 Chaluzim die Möglichkeit einer Vertretung in den Palästinaämtern läßt (Unruhe). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Diese Frage wird später beantwortet werden. ISRAEL MEREMINSKI verlangt sofortige Beantwortung. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Falls der Antrag angenommen wird, so werden die Gruppen selbst zu bestimmen haben, zu welcher Partei sie gehören. Der Antrag Mereminski, über den Vorschlag der Kommission zur Tagesordnung überzugehen, wird mit 84 gegen 111 Stimmen abgelehnt, der Antrag der Kommission mit 111 gegen 76 Stimmen angenommen. BERICHTERSTATTER DOBKIN verliest das Minderheitsvotum Mereminski in Frage des Arbeitsdepartements: