Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 361)
- Language
- German, English, Hebrew
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35« i6. Kongreß-Sitzung: Bericht der Organisationskommission BERICHTERSTATTER Dr. BARTH: Zur Behandlung der Frage der Jewish Agency hat die Organisationskonimission eine Subkommission eingesetzt. Diese hat die Angelegenheit gründlich behandelt, ebenso dann die Kommission selbst. Wir haben aber dem Kongreß keine Anträge vorzulegen mit Ausnahme des Minderheitsvotums der Revisionisten dahingehend, das Abkommen mit der Jewish Agency zu kündigen. Dieser Antrag, von der Kommission abgelehnt, wird vor dem Kongresse von den Antragstellern als Minderheitsvotum eingebracht, werden. Ich bin jedoch beauftragt worden, über den Gang der Verhandlungen zu. berichten, weil die Kommission es für richtig hält, diesen protokollarisch festzuhalten. In der Kommission herrschte die weitaus überwiegende, wenn nicht einheitliche Überzeugung, daß gegenwärtig Konstitution und Arbeit der Jewish Agency nicht als befriedigend betrachtet werden könne, und es lag eine Reihe von Vorschlägen vor, die zur Änderung dieses Zustandes führen sollten. Der eine war ein Antrag der Exekutive: „Der Kongreß beauftragt die zionistische Delegation im Council der Jewish: Agency, mit den nichtzionistischen Vertretern des Councils in Verhandlungen darüber einzutreten, daß die „nichtzionistische" Hälfte des Councils aufgebaut wird auf dem Prinzip individueller und kollektiver Mitgliedschaft, verbunden mit bestimmten finanziellen Jahresleistungen." Daneben bestand ein Antrag Sprinzak — wenn man will, ein Minderheitsvotum der Exekutive — wonach der Kongreß die zionistische Delegation zum Council der Jewish Agency ermächtigt, mit den nichtzionistischen Council-Vertretern in Verhandlungen über die Änderung der Konstitution der Jewish Agency einzutreten. Der Antrag der Exekutive gab also für solche Verhandlungen bereits spezielle Direktiven, der Antrag Sprinzak tendierte dahin, unseren Vertretern einen weiteren Spielraum für die Verhandlungen zu lassen. Schließlich lag noch folgender Antrag der Delegierten Hellmann und West vor: I. Die Jewish Agency ist eine Volksorganisation für den Aufbau Palästinas auf der Grundlage des Mandates. II. Mitglied der Agency kann jeder Jude (Zionist oder Nichtzionist) sein, der zur Mitarbeit an der Verwirklichung des Palästinaaufbaus bereit ist und einen speziell zu bestimmenden Aufbaubeitrag entrichtet. III. Das aktive und passive Wahlrecht für den Agency-Council (bezw. Palästina- Kongreß) besitzt jeder Jude (Zionist oder Nichtzionist), der Mitglied der Agency-Organisation im Sinne des § n ist (evtl. in getrennten Wahlkurien für Zionisten und Nichtzionisten). IV. Die zionistischen Mitglieder des Agency-Councils sind Mitglieder des zionistischen Kongresses und an die Beschlüsse desselben ebenso gebunden wie zurzeit der zionistische Teil des Councils. Dieser Antrag stellt schon eine grundlegende Veränderung des Aufbaues der gesamten Agency auf. Er versucht, auf einem bestimmten Wege das durchzuführen, was in den Bestimmungen der bisherigen Vrfassung als Wunsch nach Demokratisierung der Jewish Agency niedergelegt ist. Er versucht, diese Demokratisierung nach Analogie der Zionistischen Organisation durchzuführen, indem so