Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 349

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 349 (sequence 352)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476288--8157-3484306
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Stupp, Neustadt 349 tung für die Exekutive. Wie ist die Lage jetzt? In kongreßlosen Jahren werden jetzt nur von gewissen Gruppen Schekalim verbreitet, aber nicht von allen. In einem Lande ist es diese Gruppe, im andern Lande eine andere Gruppe. In den Kongreßjahren profitieren davon auch diejenigen Gruppen, die sich in den kongreßlosen Jahren mit der Schekelarbeit nicht befaßt haben. Das führt zu verschiedenen Reibungen. So wurde von verschiedenen Gruppen diesmal erklärt, daß sie in kongreßlosen Jahren keine Schekalim mehr verkaufen werden. Es muß also ein Weg gefunden werden, um unsere Organisation zu stärken, und das kann zum Teil durch die Einführung des zweijährigen Schekels erfolgen. MELECH NEUSTADT (Arb., Polen — spricht jüdisch): Dieser Vorschlag auf Einführung des zweijährigen Schekels hat zwei Momente: ein finanzielles und ein organisatorisches. Damit hängt auch die Frage zusammen, wie wir auf den zionistischen Kongreß blicken: wollen wir, daß der zionistische Kongreß zur großen Volksbewegung des jüdischen Volkes wird, oder wollen wir den Kongreß in einen engen organisatorischen Rahmen zwängen? Wir müssen bestrebt sein, nach Möglichkeit jedem Juden, der das Basler Programm anerkennt, zu erleichtern, am Kongreß teilzunehmen. Wir dürfen keine Paragraphen akzeptieren, die es dem Juden erschweren. Wenn man bei der Einführung des zweijährigen Schekels vorschlägt, daß man auch im zweiten Jahr einen Schekel erwerben darf, so wird die ganze Frage in eine rein finanzielle verwandelt. Wir wissen, daß es schon bei den gegenwärtigen Kongreßwahlen Hunderte und Tausende von Leuten gab, die nicht die Möglichkeit hatten, einen Schekel zu bezahlen. Jetzt will man die Lage durch die Einführung eines zweijährigen Schekels noch mehr erschweren. Leider ist bei uns der Zustand so, daß diejenigen, die die Organisationsabteilung der Zionistischen Exekutive leiten, die gesamte zionistische Bewegung mit der Bewegung in einigen westeuropäischen Ländern gleichhalten (Sekretär des Organisationsdepartements Dr. LAUTERBACH: Nicht richtig!), und ihre gesamten Anträge sind auf der Mentalität und den Verhältnissen in diesen Ländern aufgebaut. Wir sollen für die weite Zukunft die Einführung des zweijährigen Schekels anstreben. Das erfordert aber eine große Erziehungs- und organisatorische Arbeit. In dem gegenwärtigen Zustand der Bewegung kann man das nicht einführen. Ich will auch die Argumente des Vorredners bestreiten. Der Vorredner sagte, daß einige Landsmannschaften gedroht haben, in den kongreßlosen Jahren keine Schekalim zu verkaufen, wenn die Fraktionen ihren Antrag in Bezug auf die Einführung des zweijährigen Schekels ablehnen werden. Daraus entsteht der Eindruck, daß die Fraktionen in den kongreßlosen Jahren nichts tun (Prof. STUPP: Ich wies doch darauf hin, daß es u. a. Palästina verlangt hatte). Ich möchte bemerken, daß die Exekutive im kongreßlosen Jahr für Schekalim 14.000 Pfund bekommen hat, im Kongreßjahre 23.000. Der Unterschied ist also nicht sehr groß. Betrachten wir die einzelnen Länder. Nehmen wir Erez Israel — und in Erez Israel ist doch die Leitung der Arbeit in den Händen von Fraktionen, die Ihrer Ansicht nach kein Interesse an der Arbeit haben: dort wurden im kongreßlosen Jahr 1072 Pfund für Schekalim aufgebracht. Deutschland, wo von den 9 Delegierten 3 Arbeiter gewählt wurden, hat im kongreßlosen Jahr 702 Pfund und im Kongreßjahr 1200. Pfund überwiesen. In Litauen, wo die Arbeiter 50 Prozent von allen Mandaten bekommen haben, wurden im kongreßlosen Jahr 300 Pfund

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.