Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 338

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 338 (sequence 341)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476288--8146-3484295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

338 iKongreß-Sitzung: Ref. über Beschleunigung d. Absorptionsfähigkeit Augen zu führen, ebenso nicht den Bedarf von Brom für die medizinische und Farbenindustrie und von Magnesiumchlorid innerhalb der Metall- und Baumwollmaterialien-Produktion der Welt. Hier liegt die Möglichkeit für die Gründung einer chemischen Schwerindustrie in Palästina, die ihrerseits wieder viele andere Industrien ermöglicht. Eine halbe Million Dollar für die Gründung dieser Gesellschaft sind in Palästina ohne Annoncen und ohne laute Werbung gesammelt worden. Der erste Mann, der sich anschloß, war ein Antizionist mit 50.000 Dollars, der zweite ein Nichtzionist, der ebenfalls 50.000 Dollars gab. Denn hier geht es um Fakten und Möglichkeiten, die der Sinn des jüdischen Geschäftsmannes erfaßt. Die Citrus-lndustrie: Am Ende der Pflanzungssaison 1930 betrug die Gesamtfläche der in jüdischen Händen befindlichen jungen Orangenpflanzungen 47.000 Dunam, der fruchttragenden Pflanzungen 11.250 Dunam. Die Juden besitzen also heute etwa 60.000 Dunam von den insgesamt kultivierten 110.000 Dunam Orangenboden, während sie im April 1927 eine Totalfläche von nur 27.000 Dunam in den Händen hatten. Der Wert dieser Fläche wird auf ungefähr 4 Millionen Pfund mit einer Totalinvestierung von 750.000 Pfund geschätzt. 1930/1931 lieferte Palästina etwa 3 Millionen Kisten Orangen, von welchen 2,6 Millionen exportiert wurden. 1935 wird das Land 10 bis 12 Millionen Kisten liefern und voraussichtlich 8 bis 10 Millionen Kisten im Werte von 25 bis 30 Millionen Dollar exportieren können. Die Existenz Tausender von Siedlern ist durch diese Industrie gesichert, sie ist heute bereits stabilisiert und sie ist noch außerordentlich erweiterungsfähig. Es sind nach Schätzungen von Experten noch 390.000 Dunam bewässerbaren Bodens für Orangen- und Grape Fruit-Pflanzungen zu haben. Ich will nicht näher auf die sonstigen landwirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten von Palästina eingehen. Sie wissen, daß sie von außerordentlicher Bedeutung sind und ohne Unterbrechung ausgenützt werden müssen. Aber unsere Situation erfordert ein viel schnelleres Tempo der Einwanderung, wir müssen uns klar machen, daß in den nächsten Jahren öffentliche Mittel in genügender Menge für diese Zwecke voraussichtlich kaum zur Verfügung stehen werden und daß die landwirtschaftliche Einwanderung ja doch eine, wenn auch ferne Begrenzung hat. Aber für die städtische Immigration gibt es sozusagen keine Grenze, wenn Industrie und Handel genügend entwickelt werden können. Deswegen müssen die Quellen der Privatinitiative nutzbar gemacht werden. Der Mangel an Rohmaterialien in Palästina ist keineswegs ein schwieriges Hindernis. Das beweist die Schweiz und ebenso Massachusetts, das vier Millionen Menschen durch Industrie und Handel ernährt. Es ist nicht größer als Palästina und besitzt keine natürlichen Reichtümer. Erez Israel benötigt an Rohmaterial ein einziges, nämlich eine jüdische BevÖlkernug mit Verstand und Entschlossenheit. Seine handelsgeographische Position ist ausgezeichnet, seine verkehrspolitische Lage wird nach der Beendigung des Hafenbaus in Haifa, der Bagdadbahn und der Petroleumleitung vorzüglich sein. Es gibt in den nächsten fünf Jahren die Möglichkeit zu vernünftigen und sicheren Investitionen für 50 Millionen Dollar. Diesen Kapitalzustrom zu entfesseln, ist nur möglich, wenn wir eine nationale Bewegung daraus machen. Und die Wirksamkeit unserer Arbeit wird von der Auswahl der zu entwickelnden Industrien abhängen. Es wäre müßig zu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.