Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 337)
- Language
- German, English, Hebrew
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334 15. Kongreß-Sitzung: Bericht der Wirtschaftskommission erzielen wie in Amerika, besonders in Südamerika. Wenn jedoch Amerika die entsprechende Zahl von Personen heranzieht, so können Millionen von Dollar auf diesem Wege zusammenkommen. Was die Ansiedlung von Personen des Mittelstandes mit kleinen und mittleren Kapitalien auf den Plantagen betrifft, so haben wir beschlossen, mit der P.J.C.A. zusammenzuarbeiten, weil sie die solideste Unternehmung ist und wir mit Sicherheit jedem Juden sagen können, daß seine 500 oder 1000 Pfund, die er für die Plantagen verwendet, sicher sind und er eine sachgemäß eingerichtete Plantage erhalten wird. Dadurch wird auch erzielt werden, daß wir der P.J.C.A. ermöglichen, ihren Boden abzustoßen und Mittel in neuen Boden zu investieren, was zu einer Stärkung des jüdischen Bodenbesitzes in Erez Israel führt. Was das Großkapital anlangt, so sind wir der Ansicht, daß alles, was bisher in der Form des Economic Board, der P.L.D.C. usw. getan wurde, nicht ausreicht. Wir wollen das große Privatkapital suchen, das sich allein für den Aufbau des Landes interessiert, d. h. in jeder Branche wollen wir in jedem Lande den entsprechenden Spezialisten finden. Wir glauben, daß wir gegenwärtig dem Kongreß nicht eine einzige Form für alle Länder der Welt vorschlagen können. Amerika hat vorläufig ein Economic Committee, in Europa denken wir daran, Handelskammern zu schaffen, oder, wenn es möglich ist, in jedem Lande Spezialisten mit Namen heranzuziehen; so könnte allmählich ein ähnliches Economic Committee wie in Amerika geschaffen werden. Der schwierigste Punkt, den die Kommission zu behandeln hatte, war der Zusammenhang mit der Zionistischen Organisation. Die Minderheit der Kommission forderte eine Kontrolle der Zionistischen Organisation bezw. Schaffung eines engeren Zusammenhanges. Dazu einige Hinweise auf unsere früheren Versuche: Im Jahre 1919 entstand Brandeis' Vorschlag, die Wirtschaft von der Politik zu scheiden. Im Jahre 1921 wurde der Finanz- und Wirtschaftrat gegründet, der eine breitere Tätigkeit in Palästina entfalten und neue Kapitalien heranziehen sollte. Leider mußte sich der Finanz- und Wirtschaftsrat mit Budgetfragen beschäftigen und konnte seine eigentliche Tätigkeit nicht entwickeln. Dann kam die Jewish Agency. Wir glaubten nicht, daß der Keren Hajessod das Haupttätigkeitsgebiet der Jewish Agency sein würde, dazu hätten wir sie nicht gebraucht. Wir dachten, daß eine Corporation of Investments geschaffen werden würde. Dies ist aber bisher nicht geschehen, und auch in der nächsten Zukunft dürfte diese Investment Corporation nicht gegründet werden. So sind leider alle unsere Versuche, Wirtschaft und Politik bezw. Privatkapital und Zionistische Organisation, miteinander zu verbinden, nicht gelungen. Das hat drei Gründe: 1. Die Zionistische Organisation kann nicht die Verantwortung für das Privatkapital auf sich nehmen. 2. Wir haben nicht die Autorität, um das Privatkapital in der Welt heranzuziehen. 3. Die Zionistische Exekutive kann sich mit dem Privatkapital nicht sachgemäß beschäftigen, weil dies eine Reihe von Spezalisten erfordert, über die sie naturgemäß nicht verfügen kann. Tatsächlich haben die mittleren oder kleinen Kapitalisten, die ins Land kamen, nicht die nötigen Informationen gefunden, die sie brauchten. Was den Zusammenhang mit der Agency-Exekutive betrifft, so brauchen wir zwar ihre politische Hilfe, sind aber gegen eine Kontrolle ihrerseits. Denn die Exekutive kann die Verantwortung für unsere Organisation nicht überneh-