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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 327

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 327 (sequence 330)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Suprasky 327 Aber auch wir müssen uns darum kümmern, daß die Organisation der Industriellen die Möglichkeit hat, ihre Waren zu propagieren und in den benachbarten Ländern Filialen zu eröffnen. Man soll ihnen auch beim Transport helfen. Leider betrug das Budget der Jewish Agency für Industrie in den letzten vier Jahren nur 800 Pfund jährlich, mit welchem Betrage man nichts tun kann, um Märkte zu gewinnen und für unsere Produktion Propaganda zu machen. Außerdem leidet die Industrie sehr unter Mangel an Kredit. Man gab früher Geld ohne Ordnung und ohne System, sodaß es verloren ging. In der letzten Zeit gibt es zwar Kredite, aber nur auf kurze Zeit und auf Wechsel. Zu einem Ankauf von Maschinen usw. braucht man aber einen Kredit für zwei und drei Jahre, und der ist nicht zu bekommen. Schon seit Jahren bemüht sich daher der Industriellenverband um die Schaffung einer Industriebank. Auf dem Wiener Kongreß wurden 20.000 Pfund für diesen Zweck bestimmt und auch die ersten 10.000 Pfund ins Land geschickt. Als aber schwere Zeiten über uns kamen, nahm man das Geld für andere Zwecke und sagte, es gebe genug Banken in Palästina, man brauche keine Industriebank. Wir haben gesehen, daß jede Bankgründung, z. B. die Arbeiterbank oder die Hypothekenbank, gelang, da sie sich die Stärkung eines Teiles des Jischuw zur Aufgabe stellte. Die Industriellen können aber bei diesen Banken nichts ausrichten, da sie dort keinen Einfluß haben. Das Bankprojekt darf daher nicht aufgeschoben werden. Unsere Industrie hat sich zwar gehalten, sie macht aber schwere Zeiten durch. Die Lage in Europa und in Palästina, der allgemeine Niedergang der Preise, die viel zu hohen Zinsen, all das macht die Gründung der Bank zu einer dringenden Notwendigkeit, sonst stehen wir vor der Gefahr des Zusammenbruches des mit Mühe Geschaffenen. Von besonderer Bedeutung ist auch das Problem der Löhne. Zwar sind die Lebenskosten im Lande im Sinken begriffen. Aber in Syrien bekommt ein Arbeiter nur halb soviel wie in Palästina. Will man daher Arbeitgebern und Arbeitnehmern Existenzmöglichkeit geben, so muß für den Arbeiter eine Hilfswirtschaft in der Nähe seiner Arbeitsstätte geschaffen werden, wie z. B. in der Pflanzungswirtschaft und den alten Kolonien. Dann könnte man den Lohn senken und mit Syrien konkurrieren. Unsere Industrie ist jung und hat noch nicht die Erfahrungen des Auslandes. Von Zeit zu Zeit müßten daher Experten aus dem Ausland ins Land gebracht werden zur Prüfung unserer Methoden, es müßten unsere Leute ins Ausland geschickt werden, um die neuen Bedingungen, Produktionsmethoden usw. der Industrie zu studieren. All das erfordert Geld; leider hat die Zionistische Organisation seit vier Jahren nichts hierfür gegeben und getan. Unter denselben Bedingungen wie der Industrielle arbeitet auch der Handwerker in Palästina. Viele Handwerker kauften sich nach dem Kriege Maschinen, und die Grenze zwischen Kleinindustriellen und Handwerkern ist daher schwer zu ziehen. Auch das Handwerk leidet an denselben Mängeln, und deshalb muß dafür dasselbe getan werden wie für die Industrie. Wie der Arbeiter braucht auch der Handwerker eine kleine Hilfswirtschaft, um die beschäftigungslose Zeit überstehen zu können. Der XVI. Kongreß faßte eine Reihe von Beschlüssen in diesem Sinne. Leider ist es bei den Beschlüssen geblieben. Noch etwas stört die Entwicklung der Industrie in Palästina: der Mangel eines engeren Kontaktes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wenn es ein Gebiet gibt, auf dem keine fremde Arbeit herrscht, so ist es die Industrie, die

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