Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 329)
- Language
- German, English, Hebrew
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<i6 14. Kongreß-Sitzung: Referat über Handel und Industrie Organisation hat zwar zu jener Zeit etwas Geld als Kredit an Industrielle gegeben. Sie hat aber dieses Geld verloren, da diese Maßnahmen ohne jedes System erfolgten. Es fehlte sowohl den Industriellen als auch der Zionistischen Organisation an Erfahrung auf diesem Gebiete. Das war die erste Periode der Industrie, die nicht ohne Leiden sein konnte.. Im Jahre 1924, mit Beginn der vierten Alijab, als fast jeden Monat 3000 Personen ins Land kamen, sind auch Sachverständige auf dem Gebiete der Industrie gekommen, insbesondere aus Polen, aber auch aus Rußland. Es kamen Leute mit großen Kapitalien, und sie begannen eine Industrie in Erez Israel zu entwickeln.. In jener Periode wurde Großes auf diesem Gebiete geleistet. Wie Sie aus dem Ihnen überreichten Bericht der Exekutive werden ersehen können, sind jetzt in der Industrie in Erez Israel etwa 12.000 Personen als Arbeiter und Industriellebeschäftigt. Wenn man nun berücksichtigt, daß ein großer Teil von ihnen Familienerhalter sind, so leben direkt von der Industrie 30.000 Personen. Außerdemleben noch indirekt etwa 10.000 Personen von der Industrie. Es läßt sich also mit Fug und Recht behaupten, daß etwa der vierte Teil des Jischuw in Erez Israel von der Industrie lebt. Der jährliche Umsatz der Industrie beträgt zxA Millionen- Pfund. Wenn man davon das Geld abzieht, das man für importierte Rohstoffean das Ausland bezahlt, so bleibt dem jüdischen Jischuw in Erez Israel noch eine Summe von il4 Millionen Pfund als Einnahmen aus der Industrie. Mehr als einehalbe Million Pfund davon sind Arbeitslöhne. Trotz aller Schwierigkeiten, die wir in den letzten Jahren zu überwinden hatten, trotz der Unruhen und des Boykotts, unter dem in erster Reihe die Industrie zu leiden hatte, ist die Existenz der Industrie doch sicher. Aber trotzdem müssen wir uns sehr um diese Industriekümmern, sonst werden wir nicht nur die. großen Möglichkeiten vergeuden, die für die weitere Entwicklung von Industrien in Erez Israel vorhanden sind, sondern auch die bestehende Industrie kann zugrundegerichtet werden. Was braucht die Industrie vor allem? Vor allem braucht sie ein verständnisvolles Verhalten seitens der Regierung. Zwar wurden der Industrie in den letzten Jahren gewisse Erleichterungen gewährt, aber trotzdem zeigt die Regierung; kein genügendes Interesse an ihrer Entwicklung. In den benachbarten Ländern,, z. B. in Syrien, wohin unsere Industriellen einen großen Teil ihrer Produktion schicken, interessiert sich die Regierung sowohl in Bezug auf Zoll als auch Kredit lebhaft für die Industrie. Es entwickelt sich daher in Syrien jetzt eine Industrie, und es entsteht die Gefahr, daß ein Teil unserer Industrie ihre Unternehmungen zu: unserem großen Schaden nach Syrien verlegt. Wir werden dann keinen Absatzmarkt in Syrien für palästinensische Produkte haben, und außerdem wird noch: Ware aus Syrien nach Palästina importiert werden- Dies wird den Industriellen in Syrien sehr leicht sein, da sie bei Versendung von Waren nach Erez Israel keinen Zoll zu zahlen haben. Wir sollten von der Palästinaregierung verlangen,, daß auch sie sich um die Industrie kümmert. Sowohl die Palästinaregierung als. auch die Zionistische Organisation sollten sich um die Gewinnung von Absatzmärkten kümmern. Die Regierung müßte sich bemühen, daß in alle Zoll Verträge,, die sie abschließt, gewisse Paragraphen zum Schutze der Palästinaindustrie aufgenommen werden. So werden Sie in dem Berichte der Exekutive finden, daß die Regierung es in den Verträgen mit Persien und der Türkei unterlassen hat, dies zu tun. Das Gleiche gilt auch in Bezug auf Irak und Ägypten, wo große Absatzmöglichkeiten für die Palästinaindustrie vorhanden sind.