Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 328)
- Language
- German, English, Hebrew
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32S Vierzehnte Kongreß-Sitzung* Donnerstag, 9. Juli 1931, vormittags. Beginn der Sitzung 10 Uhr 15 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Es folgt nunmehr das Referat über Handel und Industrie in Palästina, für das ursprünglich Herr Hoofien in Aussicht genommen war. Da aber Herr Hoofien seine wichtige Tätigkeit in Palästina nicht unterbrechen kann und daher zum Kongreß zu kommen verhindert ist, hat das Aktionskomitee beschlossen, das Referat Herrn Suprasky zu übertragen. Herr Suprasky hat das Wort. REFERAT ÜBER HANDEL UND INDUSTRIE IN PALÄSTINA. JEHOSCHUA SUPRASKY (Allg., A.C. — spricht hebräisch): Meine Aufgabe ist es, über die Entwicklung der Industrie in Erez Israel zu sprechen. "Wir befassen uns die ganze Zeit mit politischen Fragen und haben bis heute noch nicht über die ökonomischen Fragen Erez Israels und besonders über die Lage der Industrie und deren Perspektiven für die Zukunft gesprochen. Bevor ich aber auf die heutige Lage der Industrie in Erez Israel eingehe, muß ich einiges Geschichtliche erzählen- Vor zehn Jahren gab es fast keine Industrie in Erez Israel. Es gab nur eine Anzahl von Handwerkern und einige wenige kleine Industrielle. Man glaubte damals, daß es keinen Platz für Industrie in Erez Israel gebe und daß Erez Israel immer ein ausschließlich landwirtschaftliches Land sein müsse. Bei Beginn der dritten Alijah, kurz nach dem Ende des Weltkrieges, kamen auch Leute ins Land, die sich mit Industrie beschäftigen wollten. Man begann Versuche zu machen. Diese Versuche sind aus vielen Gründen mißlungen. Die Zollgesetze waren gegen die Entwicklung der Industrie gerichtet. Für den Import von Maschinen und Rohstoffen mußte man den vollen Zollsatz entrichten. Auch die Zionistische Organisation hat sich nicht um die Industrie gekümmert. Die Leute, die die Versuche unternahmen, waren auf diesem Gebiet nicht gewandt. Wenn ein Industrieller irgend eine Maschine reparieren lassen mußte, so konnte es nicht in Erez Israel durchgeführt werden. Wir haben aus jener Zeit viele Mißerfolge zu verzeichnen. Viele Leute haben ihr Geld verloren, viele Leute haben das Land verlassen. In verschiedenen Magazinen kann man heute noch Maschinen aus jener Zeit als Erinnerung an die erste Periode unserer Bemühungen, eine Industrie im Lande zu schaffen, finden- Als Illustration dafür, wie sehr die Regierung gegen die Industrie war, könnte folgende Tatsache dienen: Als Amery, der doch nicht zu unseren Feinden gehörte, zu Ende jener Periode in Erez Israel war, erwiderte er in Tel Aviv auf eine Ansprache, die auf die Industrie hinwies, folgendes: „Wozu braucht Ihr eine Industrie? Ihr werdet uns Orangen schicken, und wir werden Euch Fabrikserzeugnisse liefern." Die Zionistische