Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 321)
- Language
- German, English, Hebrew
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ij. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte beitet. Er wußte, daß uns seine Anwesenheit willkommen war und daß wir froh gewesen wären, wäre es ihm möglich gewesen, während der ganzen Dauer der Verhandlungen in London zu bleiben. Sodann bestellte die amerikanische Zionistenorganisation einen Beobachter, Herrn Prof. Laski, der jeder Zusammenkunft beiwohnte und sie auf dem Laufenden hielt. Sie hatten in Amerika ein repräsentatives Komitee von Zionisten und Nichtzionisten, die genau informiert und deren Rat bei jedem Schritt eingeholt wurde. Das Komitee teilte uns seine Ansichten mit, die immer voll berücksichtigt wurden. Auf amerikanische Anregung hin ist es uns gelungen, manche wichtige Änderungen im Text des MacDonald-Briefes zu erzielen; und am Ende der Verhandlungen erklärte Professor Laski dem Kabinettkomitee,, daß die Amerikaner sich meinem Statement anschließen. Dies wurde mir auch vor einigen Tagen bestätigt durch ein Telegramm von Felix Warburg und Dr. Cyrus Adler. Viel Kritik ist an meiner Erklärung geübt worden, in der ich in meiner persönlichen Eigenschaft gesagt hatte, daß der MacDonald-Brief eine Grundlage für Zusammenarbeit hergestellt habe und daß ich diese Ansicht dem Kongreß empfehlen wolle. Weniger hätte ich wohl kaum sagen können. Und nachdem ein britisches Kabinettkomitee, dem fünf Minister angehörten, sich in einer Zeit, wo das britische Reich auch andere wichtige Angelegenheiten zu behandeln hatte, sich wochenlang mit unseren Angelegenheiten beschäftigt hatte, war die Regierung berechtigt, zu erfahren, wie ich, auf dem die Last dieser Verhandlungen vor allem gelegen hat, das Ergebnis beurteile, und ich habe, wie Ihnen bekannt ist, betont, daß ich mich nur in einer privaten Kapazität äußern kann und daß dem Kongreß die endgültige Entscheidung obliegt. Die Regierung hätte ihre eigene Interpretation zur Erklärung des Weißbuches veröffentlichen können, ohne uns zu befragen; so hätte die Gefahr bestanden, daß die Regierung unseren Ansichten auch in denjenigen Punkten, in denen sie uns entgegenkommen wollte, durch unvollkommene Kenntnis der Umstände nicht in der* entsprechenden Form gerecht geworden wäre. Im Moment, wo wir uns zu der Konferenz an den Tisch setzten, wurde diese Gefahr vermindert. Eine Interpretation des Weißbuches konnte nur einmal veröffentlicht werden; wir hätten nicht einen Kommentar zu der neuen Interpretation verlangen können, wenn sich diese wieder als unklar oder unannehmbar erwiesen hätte. Wir hatten zwischen zwei Alternativen zu entscheiden — entweder in Verhandlungen mit der Regierung einzutreten oder aber es ihr zu überlassen, daß sie eine Erklärung herausgibt, ohne uns vorher zu befragen. Wir haben beschlossen, den ersten Weg zu wählen, und traten in die Verhandlungen ein mit voller Überlegung und mit Zustimmung aller autoritativen Organe unserer Bewegung. Als die langwierigen Verhandlungen ihren Schluß erreichten und das Dokument fertig vorlag, war die Regierung berechtigt, an uns die Frage zu richten: Seid Ihr bereit oder nicht, dieses Dokument Eurem Volke als Grundlage zu weiterer Zusammenarbeit zu empfehlen? Ich konnte mich nicht der Antwort entziehen, und die Antwort, die ich erteilte, wurde von dem amerikanischen Vertreter und den anderen Mitgliedern der Delegation gutgeheißen. Nur noch ein Wort über § 4 des MacDonald-Briefes. Der Führer der Revisionisten hat es für richtig gefunden, ihn in einer absolut phantastischen Weise zu Interpretieren. Der Ursprung und der eigentliche Sinn des Paragraphen sind folgende: Die Mandatskommission hat der Palästina-Verwaltung ihren Tadel ausge-