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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 316

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 316 (sequence 319)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--8124-3484273
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3i6 ij. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte des Nationalheims werden wir die Bewegung von ungesunden Tendenzen reinigen und Denken und Zwecke, Wirklichkeit und Ideal miteinander versöhnen. Der Vorrang unseres Werkes in Palästina ist der Schlüssel unserer Anstrengungen in den letzten zehn Jahren. Es entspricht Dr. Weizmanns fester Überzeugung von politischem Wert der praktischen Ergebnisse in Palästina, daß er ein Realist in der Politik geworden ist, der die Phrasen bloßer Forderung ablehnt. Deswegen findet er sioh jetzt auch von Kräften angegriffen, die gegenwärtig das Praktische beiseite lassen. Welche Differenzen immer in Bezug auf die politischen Methoden vorherrschen mögen, die Einheit der Zionistischen Organisation und das Gleichgewicht im Programm, das heute unterminiert wird, können nur wiederhergestellt werden durch eine Betätigung aller Anstrengungen zugunsten der wirklichen Entwicklung der unmittelbaren Möglichkeiten in Palästina. Dieser Aufgabe sollten sich alle Parteien und Gruppen weihen (Beifall). Dr. CHAIM WEIZMANN (Präsident der Zionistischen Organisation, von lebhaftem Beifall begrüßt — spricht deutsch): Es ist mein Schicksal, wie auf allen Kongressen, auch diesmal stundenlange Kritik und Angriffe über mich ergehen zu lassen — diesmal vielleicht in einem größeren Maß, als es sonst der Fall war. Die Erbitterung, die nach den Ereignissen der letzten zwei Jahre in den zionistischen Reihen herrscht, ist verständlich, und sie muß sich natürlicherweise entladen, und ich bin der Letzte, der nicht weiß, daß diese Unzufriedenheit berechtigt ist. Es muß aber unterschieden werden zwischen dem Ausdruck dieser Enttäuschung und der Beurteilung der politischen Arbeit der Exekutive. Ich habe in meiner Eröffnungsrede meine Anschauungen über die Prinzipien, die unserer politischen Arbeit zugrundeliegen müssen, dargelegt und ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich will es mir auch versagen — so verlockend es wäre —, auf die hier gehaltenen Diskussionsreden im einzelnen einzugehen, da ich glaube, daß die Stunde für Polemik viel zu ernst ist, und da ich nicht unnötigerweise in die Erregung, die den Kongreß bereits beherrscht, Schärfen hineinbringen möchte. Wir durchleben eine sehr schwere Stunde des Zionismus, und diese Stunde legt jedem von uns die allergrößte Verantwortung auf. Ich glaube auch, daß es für unsere heutige Situation und für die Aufgaben, die vor uns stehen, keine Analogie gibt, weder in früheren zionistischen Perioden, noch in Situationen anderer Völker. Wir müssen mit den Dingen fertig werden, so wie sie uns aufgegeben sind, und wir sollten uns hüten, uns von der Polemik hinreißen zu lassen, auch nur einen Moment die Augen zu verschließen vor der Tragweite dessen, was wir hier sagen und tun. Ich bin also nicht in der angenehmen Lage meiner Kritiker, meinen Gefühlen hier freien Lauf zu lassen, aber ich möchte doch einiges Sachliche feststellen: Es ist behauptet worden, daß die Exekutive sich passiv verhalten habe, während uns die englische Regierung und Palästina-Verwaltung einen Schlag nach dem anderen versetzten, und daß wir die Ereignisse ihren Lauf nehmen ließen, ohne einen Versuch zu machen, unsere Rechte zu schützen und unsere Positionen zu wahren. Wir haben zwei Jahre lang einen schweren politischen Kampf für unsere Rechte geführt, und die Politische Kommission dieses Kongresses wird Gelegenheit haben, in das Material Einblick zu nehmen. Das A.C. und in der späteren Periode die Politische Kommission haben reichlich Gelegenheit gehabt, die ver-

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