Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 318)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lipsky üben haben, daß wir ihrer sicher sein, daß wir frei von der Leber weg sprechen müssen und nicht zulassen dürfen, daß uns irgendwelche Formeln aufgezwungen werden, die späterhin zu einer Festlegung neuer . Interpretationen unserer Grundrechte von seiten der Administration führen könnten. Selbst wenn der MacDonald-Brief schlechter wäre, als er tatsächlich ist, müßte die Antwort des Kongresses eine Konzentrierung aller Kräfte auf die Verstärkung unserer Positionen in Palästina sein. Als ein realistisches Volk müssen wir zugeben, daß Gesetz und Formel wichtig sind, und wir werden unsere Rechte zu verteidigen haben, so gut wir können. Aber stärker als Worte sind die Werte, die wir in Palästina schaffen, stärker als Demonstrationen ist die Schaffung von Positionen. In der Politik sind Worte nur Prüfsteine, ein starkes Wort ohne Hintergrund ist weniger wert als ein schwächeres, aber substanziiertes Wort- Worte sind nur Oberflächenerscheinungen eines Spiels. Im wirklichen Kampf haben Muskeln, Ausdauer, Mittel die ausschlaggebende Bedeutung. Sollen wir unsere Zeit mit dem Versuch zubringen, neuen Glauben durch abstrakte Formeln zu erzeugen, durch Vereinbarungen unter uns selbst über die Bedeutung von Worten, endloses Rechten über den Wortlaut von Verträgen, oder müssen wir nicht verstehen, daß der Vorrang den Veränderungen gebührt, die wir auf dem Felde der Realität zu erzwingen haben? Die Mandatsregierung ist nicht nur verantwortlich für die heutige Position Dr. Weizmanns, sondern sie hat auch den Hauptbeitrag für die Entwicklung jener Gegnerschaft geliefert, die ihre Waffen aus einer höheren Sphäre bezieht, um eine Befriedigung zu schaffen, die es in der Welt der Realität nicht geben kann. Die Mandatsregierung hat durch ihren Kurs eine jüdische öffentliche Meinung geschaffen, die nicht konservativ und maßvoll ist, sondern mit den Kampfmitteln der westlichen Welt die Aufmerksamkeit auf Unrecht und Ungerechtigkeit lenken will. Es ist eine natürliche Manifestation, die sich vielleicht nicht deckt mit der älteren Erfahrung der größeren Verantwortlichkeit. Aber wenn sie in der politischen Arena mit Waffen auftritt, die von der zionistischen Autorität nicht gebilligt werden können, so muß die Verantwortung für diese Erscheinung in unserer Mitte und die Schärfe ihres Widerstandes gegen die Autorität eben der Mandatarmacht zur Last gelegt werden, die sehr wenig getan hat, um diese direkt als Ursache der Beunruhigung zu bezeichnende Lage zu erleichtern. In der Debatte über Eridziel und Formulierung geht es um keine Prinzipienfrage. Die politische Organisation wurde auf der Grundlage des Basler Programms gebildet. Es verwendet das Vokabular der praktischen Politik. Es wurde als die einzige praktische Form angesehen, die für eine weite Zukunft das große Ideal ausdrückte, welchem dieses Programm entstammt. Angesichts unserer politischen Schwierigkeiten die mittelalterliche Sitte des großen Bekenntnisses einzuführen, der Exaltation durch die Bestätigung von Formeln — das führt nur zu Disput, nicht zu praktischen Ergebnissen, die den Fortschritt der Bewegung tatsächlich fördern können. Es ist sehr zu bedauern, daß der gesunde Geist der Unruhe und Unzufriedenheit in die ausweglosen Kanäle der politischen Dialektik gelenkt werden soll. Wichtiger als Glaubensbekenntnisse, wichtiger als die Betrachtung des Endzieles ist die Arbeit, die vor uns steht- Mit unserem Erfolg auf diesem Gebiete,, Aufrechterhaltung und Erweiterung unseres Werkes, stehen und fallen unsere politischen Forderungen. Nur durch die Arbeit für die physische Verwirklichung