Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 317)
- Language
- German, English, Hebrew
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3i4 ij. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte unangenehm beeindruckt werden), im Bemühen, auf alle Fälle den äußeren Anschein des Vertrauens aufrechtzuerhalten, stand er in einer Position heroischer Isolierung, als der Interpret von Handlungen der Regierung, um, soweit als möglich, die weitere Auflösung des Vertrauensverhältnisses zu verhindern. Solange die Möglichkeit für den wirtschaftlichen Aufbau des Nationalheims bestand, konnte, wie er oft gesagt hat, die politische Enttäuschung ertragen und erklärt werden. , Die Mandatsregierung hat nichts "Wesentliches zur Erleichterung von Dr. Weizmanns Stellung beigetragen. Sie hat zugelassen, daß der Eindruck der Feindschaft in den jüdischen Massen wuchs, als ob ihr die Konsequenzen gleichgültig wären. Sie hat ihre negative Politik mit einer verbohrten Gleichgültigkeit für die Wirkungen fortgesetzt, die diese Politik auf die englisch-jüdischen Beziehungen haben mußte. Sie ist höchstens während der letzten Monate noch kälter und rigoroser geworden, als der MacDonald-Brief uns schon einen Wechsel der Haltung annehmen ließ. Ohne die Unterstützung der Mandatsregierung für seine fairen und maßvollen Forderungen, für seine Zurückhaltung im Ausdruck gegenüber einer Palästinaverwaltung, die eine eisige Attitüde dauernder Ablehnung der praktischen Forderungen des Mandates angenommen hatte, beschloß Dr. Weizmann seinen Rücktritt und unterbreitete dem Kongreß eine diesbezügliche Erklärung. Kein anderes Verhalten war ihm angesichts der durch die Mandatsregierung geschaffenen Lage übrig geblieben. Als Herr Fishman Freitag im Namen einiger amerikanischer Delegierter sprach und sich von der Rede Dr. Wise's distanzierte, tat er es nicht, weil Dr. Wise hier eine Anklage gegen die Mandatsregierung erhoben hat, über die in Amerika vollkommene Ubereinstimmung besteht. Ton und Art sind natürlich Angelegenheiten des Geschmacks und Temperaments. Fishmans Protest geht hauptsächlich auf Dr. Wise's Angriff auf unsere Arbeiterpartei und auf seine Bemerkungen über die gegenwärtige zionistische Leitung. Dr. Wise spricht tatsächlich nicht für seine Person allein, sondern für eine Mehrheit der Delegierten der Zionistischen Organisation Amerikas. Was er von der zionistischen Leitung sagte und der Ton, in dem er es vorbrachte, ist vielleicht für seine Gesinnungsgenossen akzeptabel. Aber Fishman und die von ihm vertretene Gruppe teilen weder den Mangel an Sympathie, den er gegenüber den Schwierigkeiten des Präsidenten der Zionistischen Organisation an den Tag legte, noch teilen sie das Urteil von Dr. Wise über die Erfolge von Weizmanns Tätigkeit. Wir repräsentieren eine Gruppe im zionistischen Leben Amerikas, die zusammen mit Dr. Weizmann die Verantwortung für einen großen Teil der Finanzen getragen hat, welche die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ermöglichten. Wir teilen nicht die abfällige Kritik, die Dr. Wise an der zionistischen Leitung übte, weil wir der Meinung sind, daß die politischen Bedingungen in einem großen Ausmaß nicht von dieser Leitung geschaffen worden sind und daß gewisse Umstände nicht durch sie kontrolliert oder verbessert werden konnten. Es ist unsere Uberzeugung, daß die Leitung mit außergewöhnlicher Fähigkeit und Hingabe ihre Verantwortung getragen und vernünftig und würdevoll die zionistischen Interessen in den Schwierigkeiten der politischen Diskussion vertreten hat. Die Frage, die sich jetzt vor dem Kongreß erhebt, ist: was haben wir jetzt praktisch zu tun, um die Situation zu bewältigen? Alle Vorschläge gehen dahin, daß wir jeden möglichen Druck wegen der Anerkennung unserer Rechte auszu-