Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 310)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grossmann, Locker, Motzkin, Goldmann, Arlosoroff 3°7 eine große Arbeit vor sich. Die Mitglieder der Politischen Kommission werden dort die Möglichkeit haben, vorzuschlagen, welche Fragen früher und welche später behandelt werden sollen. Den Antrag Grossmann betrachten wir als Versuch, die Behandlung der verschiedenen Probleme, die vor der Politischen Kommission stehen, mit Ausnahme des einen Problems nicht zuzulassen. VORS. PRÄS. MOTZKIN erteilt Dr. Goldmann das Wort zur Begründung des Antrages Grossmann. Dr. NAHUM GOLDMANN {Rad., A.C.): Ich bitte Sie dringend, den Antrag von Locker abzulehnen. Soeben hat Arlosoroff im Namen seiner Gruppe eine Interpellation eingebracht. Diese Interpellation und die Antwort von Dr. Weizmann haben sich doch eigentlich mit demselben Problem des Endziels befaßt. Seine Gruppe hat sich damit einverstanden erklärt, diese Frage der Politischen Kommission zu überweisen. Nun kommt eine große Fraktion des Kongresses und erklärt, daß sie in Anbetracht der Bedeutung der Frage in erster Reihe eine Entscheidung dieser Frage wünscht. Meine Freunde wissen, daß ich immer mit der Formulierung der Endziele sehr \orsichtig war. Wenn man aber jahrelang darüber spricht und nun auf dem Kongreß seit Tagen die Behandlung der Frage verlangt und diese Behandlung durch die Interpellation und die Antwort von Dr. Weizmann doppelt aktuell und dringend geworden ist, so kann man doch nicht verlangen, daß man über diese entscheidende Frage zur Tagesordnung übergeht {Beifall). Ich möchte hinzufügen, daß unsere Annahme des Antrages Grossmann nicht bedeutet, daß wir der Formulierung der Endziele der Revisionisten zustimmen. Wir wollen aber, damit unverzüglich Raum für die Behandlung der Probleme der Politischen Kommission geschaffen wird, daß die erwähnte Frage sogleich durch die Politische Kornmission und dann durch das Plenum erledigt wird. Es ist ein Gebot der Loyalität nicht nur gegenüber den Revisionisten, sondern auch gegenüber der Bedeutung der zionistischen öffentlichen Meinung, den Antrag von Grossmann zu akzeptieren (Beifall). Dr. CHAIM ARLOSOROFF: Ich möchte den Vorsitzenden fragen, ob ein Antrag, der Politischen Kommission bestimmte Instruktionen zu geben, im Kongreß gestellt und zur Abstimmung gebracht werden kann, bevor er in dem Permanenzausschuß behandelt wTurde. VORS- PRÄS. MOTZKIN: Der Kongreß hat das Recht dazu. Der Antrag Locker wird zurückgezogen, der Antrag Grossmann mit 115 gegen 10 Stimmen angenommen (Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Wir fahren in der Generaldebatte fort. ABRAHAM HARZFELD (Arb., Erez Israel — spricht jüdisch): Ich hatte erwartet, daß die Frage der praktischen Arbeit sowohl in Erez Israel als auch im Galuth einen wichtigen Platz in der Generaldebatte einnehmen würde. Bis heute wurde aber diese Frage fast gar nicht berührt. Sie wissen alle, daß wir im Laufe der letzten zwei Jahre nicht nur auf dem politischen Gebiete, sondern auch auf dem ökonomischen und organisatorischen Gebiete viel gelitten haben. Und wenn ich die Lage in Erez Israel und die Lage im Galuth betrachte, so muß ich sagen, daß wir in den Tagen, die wir hier sitzen, unsere Pflicht nicht erfüllt haben.