Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 309)
- Language
- German, English, Hebrew
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306 12. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Sie, lediglich Ihren Vorschlag zu formulieren, und ich lasse keine Motivierung zu, weil jede Motivierung darauf hinausläuft, die Besprechung, die wir abgelehnt haben, wieder aufzunehmen. MEIR GROSSMANN (fortfahrend): Wir verlangen vom Kongreß, daß in erster Reihe ein für allemal festgelegt wird, damit es nicht wieder abgeleugnet werden, kann, welches die Ziele der Zionistischen Organisation sind und was ihr Endziel ist. Wir können nicht arbeiten, wenn wir selbst nicht wissen, ob man nach einer Mehrheit oder Minderheit strebt (Beifall bei den Revisionisten). Wir wollen nicht unter Zwang irgendwelche Beschlüsse fassen (Zwischenruf MEREMINSKI: Verlesen Sie den Vorschlag! Zwischenruf LICHTHEIM: Ich protestiere! Hier dürfen bloß die Zwischenrufer reden! Lebhafte Zwischenrufe des Delegierten MEREMINSKI). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Die Methode einzelner Mitglieder des Kongresses, sowohl links als auch rechts, immer zu schreien, wenn ihnen irgendetwas nicht gefällt, geht durchaus nicht an. Sie erschweren dadurch nur die Arbeit des Kongresses, wenn Sie wegen irgendwelcher Kleinigkeiten in ein Geschrei ausbrechen. Ich würde das verstehen, wenn es sich um wirkliche Entscheidungen handeln würde. Aber wozu das Geschrei, wenn Herr Grossmann einen Satz zu viel sagt! Beruhigen Sie Ihre Nerven! (Beifall.) Herr Grossmann, ich wende mich zum letzten Male an Sie, ich möchte Sie nicht des Wortes berauben, aber ich werde es tun müssen, wenn Sie noch einmal Ihren Vorschlag zu begründen versuchen. MEIR GROSSMANN (verliest folgenden Resolutionsantrag): Der Kongreß beauftragt die Politische Kommission, unverzüglich, unter Zurückstellung anderer sonstiger Einzelfragen, eine Resolution über die zionistische Zielsetzung auszuarbeiten und so rasch wie möglich dem Plenum des Kongresses zu unterbreiten. BERL LOCKER (Arb., Amerika): Ich schlage vor, über den Vorschlag von Grossmann zur Tagesordnung überzugehen, sonst wird die ganze Arbeit der Politischen Kommission zerstört. Wir befinden uns in einer schweren politischen Situation und haben nur wenige Tage vor uns (Zwischenruf GROSSMANN: Warum ließ man uns nicht den Vorschlag begründen?). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Es wird jemand das Wort bekommen zur Gegenbegründung (LICHTHEIM: Warum nicht der Antragsteller selbst? Heiterkeit). Locker schlägt vor, zur Tagesordnung überzugehen, und er muß seinen Antrag begründen. Dann wird Großmann das Recht haben, seinen Vorschlag zu begründen (LICHTHEIM: Diese Geschäftsordnung können wir nicht ertragen. JABOTINSKY: Herr Präsident, vielleicht wird sich das Präsidium zurückziehen und Ordnung bei sich schaffen, damit man weiß, was das Präsidium will). Herr Jabotinsky hat nicht das Recht, das Präsidium zu beleidigen (JABOTINSKY: Es macht auf mich den Eindruck einer Unordnung. Ich bin ein Teilnehmer des Kongresses und möchte bitten, daß Sie die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit die Mitglieder des Kongresses den Eindruck haben, daß es Ordnung gibt). BERL LOCKER (fortfahrend): Wir schlagen im Interesse des Kongresses vor, daß zur Tagesordnung übergegangen wird. Die Politische Kommission hat