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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 301

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 301 (sequence 304)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--8109-3484258
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Fishman, Bermann 301 RAW JAKOB BERMANN (Misr.y Erez Israel — spricht hebräisch): Ich wurde beauftragt, über eine Frage zu sprechen, von der man auf diesem Kongreß noch nicht gesprochen hat — über die Frage der Kultur und der Erziehung. Alle Parteien, auch die Partei des Brith Schalom, sprechen von der Parole des geistigen Zentrums, die Erziehung ist doch das geistige Zentrum im Werden. Man spricht aber in den letzten Jahren von der Erziehungsarbeit als von einer unproduktiven Arbeit. Die Lehrer möchte man los werden, „leider" bestehen aus früheren Jahren Verpflichtungen gegenüber den Lehrern. Die Erziehungsarbeit wird immer mehr eingeengt. Ihr habt gehört, daß die Erziehung dem Waad Leumi übergeben werden soll. Meint aber nicht, daß es sich um eine Übergabe allein an den Waad Leumi handelt, man will die Erziehung allen übergeben, die sie übernehmen wollen — dem Waad Leumi, den Kolonien, der Kolonistenvereinigung, der Stadtverwaltung, privaten Gesellschaften, der Wizo usw. Es gibt andere Länder, wo wir in Bezug auf die Erziehung viel größere autonome Rechte besitzen. In Lettland, auch in Litauen und in Finnland ist die Autonomie für die jüdische Erziehungsarbeit viel größer. Auch der Anteil dieser Staaten an den Ausgaben für die jüdische Erziehung ist ein viel größerer als der der palästinensischen Regierung. Die Regierung gibt nur ein Sechstel unseres Erziehungsbudgets, mischt sich aber in alle Einzelheiten. Was für eine Autonomie haben wir? Die türkische Regierung gab unseren Mittelschulen das Recht, Reifezeugnisse zu erteilen. In den ersten Jahren nach der Okkupation tat das auch die englische Regierung. In den letzten Jahren aber wurde diese Autonomie aufgehoben, und unsere Abiturienten müssen vor einem Obersten Rat der Regierung, an dessen Spitze ein Missionar steht, Prüfungen ablegen, trotzdem, auch nach Angabe der Regierung, unsere Schüler viel höhere Kenntnisse haben- Das ist doch von politischer Bedeutung. Außer dem Einfluß der Regierung hat auch die nichtzionistische Hälfte der Agency ihren Einfluß auf die Arbeit. Sie betrachtet die Erziehungsarbeit als eine rein administrative Sache. Man hat es nicht einmal für nötig gehalten, an die Spitze der Erziehungsarbeit jemanden zu stellen, der mit der hebräischen Kultur verwachsen ist. Wir vom Misrachi legen besonderen Nachdruck auf die religiöse Erziehung. Die Exekutive will uns die Autonomie nehmen. Sie spricht zwar nur von administrativer Autonomie und nicht von pädagogischer. Aber bei der Erziehung ist die Administration von besonderer Wichtigkeit. Man will unser Seminar schließen, uns das Recht nehmen, Lehrer anzustellen und zu entlassen. Alle Ersparnisse erfolgen in erster Reihe "auf Rechnung des Misrachi und nicht nur des Misrachi im allgemeinen, sondern der armen Schichten, der Sfardim und Jemeniten. Dr. Weizmann hat in seiner Rede von der Bedeutung der Sfardim für unsere Verständigung mit den Arabern gesprochen. Wenn dem so ist, müßte man doch den Sfardim eine national-zionistische Erziehung geben. Ihre Forderungen werden aber nie berücksichtigt. Das gleiche gilt in Bezug auf die Erziehung der Jemeniten. Außer in Tel Aviv, wo die Stadtverwaltung selbst sich um die Erziehung auch der Jemeniten kümmert, sind ihre Erziehungsmöglichkeiten sehr beschränkt. Die Regierung hat verschiedene Wege, um sich in unsere Erziehungsarbeit einzumischen. Sie hat nicht nur Vertreter im Erziehungskomitee, sondern auch im Finanzkomitee, und dieses stellt immer wieder unmögliche Forderungen auf. Die Vertreter verschiedener Fraktionen haben hier gesprochen. Wir haben von den Linken nicht gehört, wie sie sich zur Erziehungsfrage verhalten. Wir wissen zwar,

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