Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 297)
- Language
- German, English, Hebrew
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294 //. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte befinden, nicht untätig beiseitestehen, wenn er auch die politische Arbeit nicht leiten wird. Wir können uns auch mit dem sozial-ökonomischen Programm Weizmanns nicht einverstanden erklären. Gewiß muß ein Gleichgewicht zwischen der nationalen Kolonisation und der Privatinitiative geschaffen werden, und es handelt sich Iiier nicht nur um Industrie und Gewerbe, bezüglich derer Stricker Zahlen gegeben hat, sondern auch um die Plantagenwirtschaft, welche von großer Bedeutung für die Kolonisation ist. Wir haben in dieser Richtung gewiß viel zu wenig getan. Die jüdischen Massen wollen auch produktiv werden; sie beneiden die* produktiven Arbeiter in Erez Israel. Darum muß auch ihnen die Möglichkeit gegeben werden, nach Palästina zu gehen, wenn sie auch den Fehler haben, daß sie vielleicht einige hundert Pfund besitzen, die sie für die Liquidierung ihres Besitzes bekommen haben. Sorgen Sie nicht dafür, so werden Sie vielleicht eineschöne Oase in Palästina haben, aber keine Massensiedlung. Ich will kein Prophet sein. Aber wenn es so weiter geht wie bisher, so werden wir in zwei Jahren hier etwa 100 Revisionisten und 130 Arbeitervertreter haben, aber keine Allgemeinen Zionisten. Darum, glaube ich, haben wir Allgemeinen Zionisten gut daran getan, daß wir den Anfang der Konsolidierung gemacht und den Weltverband der Allgemeinen Zionisten trotz der zwischen uns bestehenden Meinungsverschiedenheiten gegründet haben. Folgen Sie unserem Beispiel und lassen Sie alle Parteikämpfe beiseite. Wir stehen vor einem Abgrund, und es bleibt uns nichts anderes übrig, als eine Leitung auf der Basis einer Kooperation aller Parteien zu schaffen. Nur so können wir die Verhältnisse sanieren und mit ruhigem Gewissen in die Zukunft sehen, und nur so können wir uns das Recht nehmen, vom jüdischen Volke weitere Opfer für den Aufbau Erez. Israels zu verlangen (Beifall). Dr. A. MIBASCHAN (Allg.} Rumänien — spricht deutsch): Zwischen der Zeit, da ich diese Ansprache hätte halten sollen, und jetzt ist die Rede Strickers gehalten worden, in welcher das Interview Dr. Weizmanns zitiert wurde. Auf diese Rede hätte sofort eine Erklärung Weizmanns folgen sollen. Solange dies nicht geschieht, betrachte ich das erwähnte Interview als nicht existent. Wir, die Allgemeinen Zionisten Großrumäniens, haben die Lage im Zionismus und in Palästina aufmerksam verfolgt. Wir haben Verständnis für die großen Schwierigkeiten und gehören nicbt zu jenen, die dafür ein einziges Opfer verantwortlich machen wollen. Unter den gegebenen Umständen hätte eine noch so gute Leitung nicht mehr erreichen können. Im Namen der Allgemeinen Zionisten Großrumäniens erkläre ich, daß wir der abtretenden Leitung und Dr- Weizmann. die Decharge erteilen (Beifall). Nicht jene Fragen, die hier behandelt wurden, vor allem nicht die Frage unserer „Kriegs"- und Endziele, sind von Wichtigkeit. Es wäre an der Zeit, etwas weniger von der Zielsetzung und etwas mehr über die finanziellen Fragen zu sprechen. Der Parteihader hat es dazu gebracht, daß der Zionismus ausgehöhlt ist, daß Altrumänien mit keinem einzigen Wort im Bericht der Exekutive erwähnt ist, jenes Rumänien, das seit Beginn des Zionismus immer an erster Stelle steht. Dieser Bruderkampf ist die größte Gefahr für den Zionismus und nicht die Frage, ob wir in Palästina dies oder jenes wollen. Wir alle wollen möglichst viel in Palästina