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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 293

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 293 (sequence 296)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Schapira, Levite 293 Wenn wir an einer starken und aufbauenden Arbeit in Erez Israel interessiert sind, dann müssen wir diesem System ein Ende machen und einen neuen Weg beginnen, der uns zu Frieden, Arbeit und Vereinigung führt (Beifall). LEON LEVITE (Allg.y A.C. — spricht deutsch): Wir hätten uns die langen Debatten über das Endziel ersparen können, wenn nicht Präsident Weizmann in ■der letzten Zeit, vornehmlich in der Sitzung des Aktionskomitees im Vorjahre und auf diesem Kongreß, von einem binationalen Staat und von Parität gesprochen hätte und wenn nicht versteckte und offene Anhänger des Brith Schalom in Palästina und in Deutschland in demselben Sinne Propaganda gemacht hätten. Leider müssen wir, die wir sonst abstrakten Formeln und dialektischen phraseologischen Äußerungen und Proklamationen keine Bedeutung zuschreiben, uns ganz entschieden diesen Erscheinungen der letzten Zeit entgegenstellen. Ich glaube, daß der Erfolg des Revisionismus in großem Maße auf diese Erscheinungen und Tatsachen zurückzuführen ist. Hätten wir diese theoretischen schönen Reden vor einem und zwei Jahren nicht gehört, vielleicht hätten wir heute nicht die erzwungene Stellungnahme zu unserem Endziel. Mein Freund Dr. Gottlieb sagte einmal: „Vom Judenstaat kann man reden oder nicht reden, jedenfalls aber kann man nicht gegen den Judenstaat reden." Präsident Weizmann hat behauptet, er sei der Gefangene des jüdischen Volkes. Leider ist dies nicht der Fall, sondern er ist der Gefangene einer Gruppe in der zionistischen Bewegung. Es ist sehr zu bedauern, daß der Streit oft bloß um Worte und Taktik geht. Herr Locker hat z. B. von Millionen gesprochen, die nach Palästina gehen müssen, aber er hat sich gegen eine Majorität in Palästina ausgesprochen. Wie diese beiden Dinge in Zusammenhang zu bringen sind, weiß ich nicht. Dasselbe bezieht sich auf die Politik und die Leitung. Wir Allgemeinen Zionisten haben niemals der Politik das Primat gegeben und immer die praktische Palästinaarbeit in den Vordergrund gestellt. Die fortwährende Kompromißpolitik, welche die immer neuen Schwierigkeiten beim Aufbau nicht beseitigen konnte, kann uns nicht befriedigen und ist kein Ausweg aus unserer Lage. Darum glauben wir, daß wir uns diesen Erscheinungen entgegenstellen müssen. Herr Blumenfeld sagte, daß unsere politische Arbeit unter dem Druck der Verhältnisse steht. Dies ist gewiß richtig. Aber irgendwo muß eine Grenze sein, und diese Grenze scheint uns bereits überschritten. Nicht nur Weizmann treibt diese Politik, sondern auch seine Kollegen in der Exekutive. Kaplansky kam nach Warschau und verteidigte die Politik der englischen Regierung, jener Regierung, wrelche unsere Arbeiten am schärfsten kritisiert hat, welche uns das Weißbuch gegeben hat. Mit dieser Verteidigung der englischen Regierung ist unserer Sache nicht gedient. Darum glauben wir, daß uns nichts übrig bleibt, als die Demission Weizmanns, die er endgültig gegeben hat, anzunehmen. Sonst würde die Welt glauben, daß die Ursache seiner Demission nicht mehr existiert. Damit will ich aber nicht sagen, daß wir uns den Luxus erlauben dürfen, auf die Arbeit von Weizmann zu verzichten. Grünbaum hat in einem gewissen Sinne Recht, wenn er vom Testament Weizmanns spricht; das bedeutet aber nicht, daß wir mit einer Untätigkeit Weizmanns rechnen müssen. Der große zionistische Patriot Weizmann wird in der schwierigen Lage, in der wir uns

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