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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 291

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 291 (sequence 294)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Stricker, Schapira 291 von Tradition, fern von Religion und fern vom jüdischen Sinn. Die zionistische Leitung hat dies unterstützt und hat jene gestört, die in Erez Israel anders arbeiten wollten. Es war Pflicht der Exekutive, die Arbeit des Hapoel Hamisrachi zu unterstützen und uns das gleiche Recht wie allen anderen zu erteilen. Wir stellen 12 bis 13 Prozent der Arbeiterschaft in Erez Israel dar, aber auf dem Gebiete der Kolonisation besitzen wir bis heute Null. Die gesamte Kolonisation wurde für andere errichtet (Lazarus BARTH: Hört, hört!). Auf dem XIV. Kongreß wurde beschlossen, in Schech Abrek eine Siedlung für den Hapoel Hamisrachi zu errichten. Wir kamen in Erez Israel zu der Kolonisationsabteilung der Exekutive. Diese erklärte uns: Es gibt ein Budget und Geld ist vorhanden, aber es gibt keinen Boden. Als dann Boden vorhanden war, teilte man uns mit, daß es kein Geld gebe. So hat man uns von Tag zu Tag vertröstet, und der religiöse Arbeiter besitzt bis heute keine einzige Siedlung in Erez Israel- Aber nicht nur der religiöse Arbeiter wird nicht unterstützt. Es kommen auch sonst gute Juden, •die z. B. die bekannte Siedlung Nachlath Jaakow geschaffen haben, in deren Namen man Propaganda für den Keren Hajessod führte. Wie wurden sie behandelt? Sie wurden wie Leute dritten Ranges behandelt, man hat sie verjagt und verfolgt. Es besteht heute die Gefahr, daß diese Siedlung vernichtet wird. Man liat auf dem Kongreß Beschlüsse wegen dieser Siedlung gefaßt, die Beschlüsse aber nicht ausgeführt. Das war nicht der einzige Fall. Alle Beschlüsse, die in Bezug auf die religiösen Arbeiter und religiösen Juden gefaßt wurden, blieben immer unausgeführt. Man erklärte uns in diesem Jahre, daß es für religiöse Juden in Erez Israel kein Geld gebe. Wir haben 800 Pfund für die Erhaltung von Schech Abrek verlangt. Man hat uns erklärt, das jüdische Volk könne für solche Zwecke kein Geld geben. Für überflüssige Reisen hat man viel mehr ausgegeben. Und jetzt, da die Lage sich verschlimmert hat und man davon spricht, daß Siedlungspunkte aufgegeben werden sollen, bezieht man das meist auf religiöse Punkte. Es sind zwar nicht solche, die von vorneherein von der Zionistischen Organisation geschaffen wurden, sie wurden aber später von ihr übernommen, z. B. INJachlath Jaakow und Kfar Gideon. Auch in ihren Berichten an die Mandatskommission erwähnte die Exekutive nie, daß es einen religiösen Arbeiter in Erez Israel gibt. Als Simpson nach Erez Israel kam und nicht verstehen konnte, welcher Zusammenhang zwischen den Arbeitern und Erez Israel besteht — denn für ihn ist Erez Israel eine religiöse Erscheinung — hat man ihm nicht erzählt, daß es auch religiöse Arbeiter in Erez Israel gibt, die sich mit der Aufbauarbeit beschäftigen, sondern man hat ihn wieder ins Emek Jesreel geführt, wo er auf viele seiner Fragen keine Antwort erhalten konnte. Das ist die Politik der Zionistischen Exekutive gegen den religiösen Arbeiter in Erez Israel. Herr Sokolow sagte, daß wir unser Recht auf Erez Israel auf der Grundlage der Bibel fordern. Aber wenn man nach Erez Israel bauen kommt, dann hat man die Bibel vergessen, verlassen und verworfen, und diejenigen, welche die Bibel nach Erez Israel bringen wollen, werden geradezu verfolgt (Beifall). Bei allem Respekt vor der Arbeit der Histraduth in Erez Israel müssen wir offen erklären: Es herrschen auf kulturellem Gebiet große Verschiedenheiten zwischen uns. Es wird einen ständigen Kampf darum geben, ob Erez Israel religiös oder antireligiös sein soll. Die landläufige Antwort, daß Religion Privatsache sei, gilt nicht. Denn wenn in den Kolonien öffentlich der Sabbath ent- 19*

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