Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 289)
- Language
- German, English, Hebrew
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2§6 ii. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte eine Sacher-Exekutive ohne Arbeiter bilden wollte, hörte man ähnliche Worte: So lange die Arbeit in Erez Israel so geführt wird, wie es jetzt der Fall ist, werden wir in Amerika kein Geld bekommen, wenn wir aber eine Sacher-Exekutive einsetzen, so wird das Geld strömen. Wir haben dieser Richtung eine Chance zur Arbeit gegeben und wir wissen, was sie uns gebracht hat. Als Sacher sozusagen die Regierung übernahm, brauchte man 250.000 Pfund für die Konsolidierung der Siedlungen, als er ging, brauchte man für dieselben Siedlungen 350.000 Pfund. Auch die finanzielle Aktion, auf die man sich so viel einbildete, ist unter jener Exekutive mißlungen. Mit demselben Pathos spricht nun heute Ab- Goldberg im Namen der nationalen anti-Weizmannistischen Einheit. Auf diesem Kongreß kommen zwei Richtungen zum Ausdruck. Die eine sagt, daß man das Bestehende, den Judenstaat unterwegs, zerstören muß, um einen großen Judenstaat für die Zukunft zu proklamieren. Man will den Bankerott des Bestehenden proklamieren und will sich täuschen und betrügen durch Proklamierung ferner Endziele als aktueller, politischer Wünsche. Es gibt eine andere Richtung auf dem Kongreß, die sagt, daß wir, obwohl die Lage schwer ist, auch heute den Jischuw in Erez Israel auf Grund des Bestehenden verdoppeln können. Es gibt einen Wadi Hawarith, es gibt die Akko-Ebene, es gibt die Jordan-Ebene. Man kann die 170.000 Juden, die heute im Lande sind, auf 300.000, sogar auf 350.000 Juden bringen, es gibt auch heute Möglichkeiten der Kolonisation und der chaiuzischen Alijah. Das wäre mehr als alle Proklamationen, die nur die Zerstörung des Bestehenden meinen (Beifall). Einige Worte zur Endzielfrage, über die wir anders denken als unsere Freunde von der Arbeiterpartei. Das Endziel ist ein Ideal, und Ideale gibt es verschiedene. Unser Ideal ist sozialistisch: die Konzentrierung der Mehrheit des jüdischen Volkes als arbeitende, freie Gemeinschaft im Rahmen eines binationalen sozialistischen Staates in Palästina (Unruhe). Andere meinen, wir brauchten einen Staat wie die anderen Völker, der Minderheit gegenüber würden wir Gentlemen sein und ihr Rechte geben. Wir aber sagen, daß die Araber dieselben nationalen und bürgerlichen Rechte haben wie wir. Wir grenzen uns vom Brith Schalom ab, aber wir sagen: Die Revisionisten und ihre Nachläufer wollen einen Judenstaat auf der Grundlage der Unterdrückung der anderen (Lebhafte Unruhe, Zwischenrufe: Das ist nicht wahr!). Ihr schürt das Feuer des Hasses in Erez Israel. Wir beschränken uns nicht auf den minimalen Zionismus des Brith Schalom, denn wir sind eine sozialistische Bewegung und als solche eine Massenbewegung. Wir kämpfen für die Befreiung der jüdischen Volksmassen, wir wollen die territoriale Konzentration der Mehrheit des jüdischen Volkes in Palästina und seiner Umgebung. Wir lehnen aber die bourgeoise Idee und den Traum vom Judenstaat •ab (Unruhe). Dr. S. FEDERBUSCH (Misr., Ostgalizien): Herr Vorsitzender, veranlassen Sie den Redner, die Äußerung, daß es Zionisten gebe, die die Unterdrückung der Araber wollen, zurückzuziehen- Solche Worte sind gefährlich. MEIR JAARI (fortfahrend): Eine Bewegung, die ihrer Jugend predigt, „durch Blut und Schwert werde Juda erstehen" — wohin steuert diese? Sagt die Wahrheit, wohin Ihr steuert! Sagt es von dieser Tribüne! (Lebhafter Beifall.) Erez Israel wird uns kein sicheres Heim sein, solange keine Solidarität zwischen den Werktätigen beider Völker herrscht. Alle möglichen Interessen stoßen