Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 288)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rufeisen, Jaari 28) Jahren ein Geschlecht der Verwirklichung hervorgebracht hat, das in Palästina und in der Galuth eine schwere Verantwortung trägt. Ich muß zunächst unsere Stellung zu verschiedenen Grundfragen darlegen, vor allem zum Wesen der Zionistischen Organisation. Die Zionistische Organisation ist nicht der Judenstaat unterwegs, auch nicht ein Rahmen für Klassen und Klassenkampf, wie es jeder Staat ist. Die Zionistische Organisation bringt die Solidarität aller boden- und klassenlosen Volksschichten zum Ausdruck, die eine nationale Befreiung in Erez Israel erstreben. In der Zionistischen Organisation kann es keine Koalition von Klassen und auch keinen Zusammenstoß von Klassen geben- Klassen, Klassenkampf und Klassendifferenzierung entstehen in dem sich aufbauenden Palästina, wo wir die Schaffung einer normalen Wirtschaftsbasis anstreben. In der Zionistischen Organisation sind alle Richtungen auf Grund von Anschauungen und Tendenzen vereinigt, nicht aber auf Grund von Interessen. Gerade von Seiten der Rechten und in Erez Israel auch von Seiten der äußersten Linken will man vorzeitig und künstlich die Abgrenzung der Klassen innerhalb der zionistischen Bewegung in der Galuth herbeiführen. Das will man auch hier auf dem Kongreß tun. Ich war auch auf früheren Kongressen Zeuge, wie man die Zionistische Organisation zum Instrument in den Händen einer Klasse und einer Interessentengruppe machen wollte, die über die anderen Schichten herrschen wollte. Heute bringt die revisionistische Organisation diesen Willen deutlich zum Ausdruck. Man darf aber behaupten, daß es schon bei früheren Kongressen einen ökonomischen Interessentenrevisionismus gab, in der Form des Eth Liwnoth und eines Teiles des amerikanischen Zionismus. Dagegen will ich aber feststellen, daß, solange in Erez Israel keine ökonomische, kulturelle und politische Basis für jüdische Massen als Träger der nationalen Selbständigkeit geschaffen wird, die Zionistische Organisation nur eine chaluzische sein kann ( Zwischenru fe ). Die Chaluziuth der Zionistischen Organisation kommt sowohl auf dem politischen als auf dem ökonomischen Gebiete zum Ausdruck; auf dem politischen in Form des Basler Programms, auf dem ökonomischen in der Tätigkeit des nationalen Kapitals, des Keren Kajemeth und Keren Hajessod. Die Instrumente der Zionistischen Organisation bringen in ihrem Wesen den Bund zwischen nationalem Kapital und chaluzischer Arbeit zum Ausdruck. Träger der chaluzischen Arbeit ist die jüdische Arbeiterbewegung im Lande und die Chaluzbewegung in der Galuth, die sich an jener orientiert. Die revisionistische Bewegung, Eth Liwnoth und ein großer Teil des amerikanischen Zionismus wollen diesen Bund zwischen nationalem Kapital und chaluzischer Arbeit untergraben. Ganz deutlich bringt dies die revisionistische Bewegung in den letzten zwei Jahren zum Ausdruck, indem sie die nationalen Finanzinstrumente ganz offen bekämpft (Zwischenrufe: Lüge!). Gerade zur Zeit, als der Simpson-Bericht veröffentlicht wurde, erschien auch ein Statement der Revisionisten gegen die Nationalisierung des Bodens (Zwischenrufe). Wir haben gestern von Ab. Goldberg große Versprechungen gehört, falls es zu einer Koalition, zu einer Einigung aller Richtungen auf diesem Kongreß kommt. Dann wird — sagte er — aus Amerika viel Geld kommen, es wird dort Begeisterung herrschen, und die Zionistische Organisation wird aufblühen. Wir haben ähnliche Versprechungen vom selben Ab. Goldberg auf früheren Kongressen gehört, als man nicht Einheit, sondern Trennung schaffen wollte. Als man