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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 284

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 284 (sequence 287)
Language
German, English, Hebrew
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284 //. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte verschiedentlich entwickelt wurden. Sein einziges Rezept ist „moralischer Druck"- Es könnte billig darauf geantwortet werden, daß Druck Gegendruck erzeugt. Die Politik unserer bisherigen Exekutive versuchte, in immer wieder erneuten Vorstellungen bei der Mandatarmacht und nötigenfalls beim Völkerbund unsere Rechte mit Entschiedenheit geltend zu machen. Für unsere Sache wurde eine ganze Reihe von Freunden gewonnen. Man könnte sagen, es sei quantitativ zu wenig geschehen aus Mangel an Männern und an Mitteln. Qualitativ aber war doch die Methode besser als das leere Rezept von dem „moralischen Druck". Wir sind heute zwanzig Prozent im Lande, bei einer Einwanderung von 25.000 jährlich könnten wir in dreißig Jahren die Mehrheit sein. Glauben Sie ernstlich, daß es aktuell ist, heute das Basler Programm, in dessen Zeichen wir bisher gearbeitet haben, zu ändern oder authentisch zu interpretieren? Haben Sie gar keine Sorge, daß gerade Ihr Geschrei von der Mehrheit geeignet ist, unsere Arbeit politisch zu erschweren? Die Unruhen in Palästina waren nicht in den Jahren unserer wirklichen großen Einwanderung, sondern in den Jahren der politischen Manifestationen. Glauben Sie, daß wir bei den derzeitigen politischen Tendenzen es riskieren sollen, uns einem Revisionsverfahren zu unterwerfen, ob die Zionistische Organisation mit geändertem Programm noch den Mandatsbestimmungen entspricht? Der Kongreß ist zur Willensbildung für die nächsten zwei Jahre da. Nicht um ein Endziel geht es, sondern um ein Aktionsprogramm. Brauchen wir wirklich eine Proklamation des „großen Endzieles", um für das Volk die Fahne zu entrollen? Für uns gilt nicht die Idee der Macht, sondern die Macht der Idee. Die Zeit, in der man die Völker in Reih5 und Glied führen konnte, wohin man wollte, ist vorbei. Die Phraseologie von einem Kolonisationsregime und einem moralischen Druck hatte bisher vielleicht schon den Erfolg, die Konsolidierung unserer Gegner zu beschleunigen, dem jüdischen Volk hat sie nichts gegeben, eher seinen Aufbauwillen geschwächt. Warten Sie nicht auf die Hilfe von außen, sagen Sie Ihren Freunden und Jüngern, wie dem ganzen jüdischen Volke, daß es nicht genügt, ein Glaubensbekenntnis abzulegen, sondern daß jeder von uns mit Körper und Seele und seinem Vermögen beitragen muß, um unser Aufbauwerk zu vollenden. Und zum Schluß noch eins: Wir haben bisher etwa fünf Prozent der Judenheit der ganzen Welt organisatorisch erfaßt. Glauben Sie, daß es an der Zeit ist, in unseren eigenen Reihen Haß zu säen und uns gegenseitig zu zerfleischen? Warum wird im Namen einer heiligen Idee so viel Haß gepredigt und verspritzt und so wenig Liebe? Der wahre Zionismus ist doch, ohne Rücksicht darauf, welche Partei die Führung innehat, gemeinsamer Dienst am gemeinsamen Werk (Beifall). MEIR JAARI (Arb.y Erez Israel — spricht hebräisch): Ich spreche im Namen der Delegation des Haschomer Hazair, der größten zionistischen Jugendbewegung in der vereinigten Fraktion des arbeitenden Palästina. Bisher beteiligten wir uns als stumme, wenn auch aktive Mitarbeiter an vier Kongressen. Aber das Verantwortungsgefühl verlangt heute von uns, daß wir offen Stellung nehmen und unsere Auffassung von dieser Tribüne verkünden. Der Kongreß muß wissen, was die größte zionistische Jugendbewegung will, die im Laufe von zehn

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