Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
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Z%2 Ii. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte meinen Weltkrise beruhen. Das ist nicht richtig. Denn der Zeitpunkt, wo wir nicht mehr weiter können und wo unsere Einnahmen nicht mehr genügen, um das Laufende zu erhalten, hätte naturnotwendig kommen müssen. Das ist Ihnen vor zehn Jahren gesagt worden durch eine Kommission, die Sie nach Palästina geschickt haben. Diese Kommission wurde, als sie dies sagte, von der Organisation entfernt. Wir haben im Laufe von zehn Jahren die Entwicklung der Dinge in Palästina sozusagen mit verhaltenem Atem verfolgt und wir verlangen, daß man einsieht, wie sehr man auf falschem Wege ist. Es ist im Interesse der Bewegung und der Zukunft des Aufbaus, daß man sich nicht berauscht an großen Zahlenvorstellungen. Geld muß richtig angewendet werden, um Segen zu bringen. Das nennen wir Wirtschaftlichkeit. Das ist nicht business, das ist noch nicht einmal Rentabilität — man kann auch in unrentablen Sachen wirtschaftlich sein. Noch ein Wort über die Organisation: Wir sehen in der zunehmenden Fraktionierung der Zionistischen Organisation und in der Tatsache, daß die divergierenden Elemente in der Organisation immer stärker werden, einen sehr ernsten Zustand und haben es der Exekutive wiederholt erklärt. Wir bauen in Holland unsere Organisation auf Mitgliedschaft auf. Wir könnten uns auch Zehntausende von Schekalim anschaffen. Wir haben aber fest angeschlossene Mitglieder, und wir werden uns davon nicht abbringen lassen. Sie werden von uns und mir keine Ruhe in dieser Angelegenheit haben. Wir beschäftigen damit die Exekutive und die Mitglieder des A.C. und werden auch den Kongreß beschäftigen. Wir werden uns mit aller Kraft für eine Reorganisation der Zionistischen Organisation einsetzen, die zu einer Gesundung führt. Daran sind auch die Flügel interessiert. Eine feste Mitgliedschaft muß die Basis zum Kongreßwahlrecht sein. Glauben Sie nicht, daß dies eine gleichgültige organisatorische Sache ist. Die Existenz der Zionistischen Organisation hängt davon ab, und ich bitte um Ihre ernste Unterstützung zu diesem Versuch der Reorganisation (Beifall). Dr. JOSEF RUFEISEN (Allg., Tschechoslowakei — spricht deutsch): Im Hinblick auf die aus dem Weißbuch vom Oktober 1930 und aus der Administrativpraxis in Palästina ersichtlichen Tendenzen, das Schwergewicht in der Ausführung des Mandates zu unseren Ungunsten zu verschieben, und mit Rücksicht auf die Ereignisse der letzten zwei Jahre sind wir wohl alle darin einig, daß die Mandatarmacht ihre Verpflichtung gegenüber dem jüdischen nationalen Heim nicht erfüllt hat, und daß die Situation unbefriedigend ist. Den bedeutsamsten Ausdruck dieser Unzufriedenheit hat Dr. Weizmann durch seine Demission gegeben. Auch bei früheren Gelegenheiten hat Dr. Weizmann immer nur unsere Beziehungen zur Mandatarmacht, niemals die Lage als zufriedenstellend bezeichnet. Diese Worte wurden im politischen Streite oft fälschlich vertauscht. Eine neue Begriffsverwirrung droht uns, wenn wir die Frage der Kooperation mit der Mandatarmacht verwechseln mit der Frage, ob wir die Situation als befriedigend empfinden. Es gibt verschiedene Arten von Kooperation. Was wir anstreben, ist eine Kooperation gegenseitigen Vertrauens, die wir als notwendige Voraussetzung eines gewaltigen Fortschrittes unserer Arbeit ansehen. Aber auch ohne gegenseitiges Vertrauen ist eine vorsichtige und kritische Kooperation nicht ausgeschlossen. Ausgeschlossen ist sie nur mit einem Gegner, der unseren Bemühungen um gegenseitiges Vertrauen dauerndes Unverständnis oder gar bösen Willen entgegenstellt. Durch das Passfield'sche Weißbuch wurde der Anschein erweckt, als ob