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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 261

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 261 (sequence 264)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Motzkin, Sokolow Generationen nicht zutage getreten war. Vergessen Sie nicht, daß eine solche Debatte, die so eingehend, so ritterlich, so gänzlich unbedrückt vom Antisemitismus war, in keinem Parlament der Welt stattfinden könnte. Selbst das, was die Gegner des Zionismus an jenem Tage aussprachen, klang im Vergleich mit ■dem Antisemitismus, der Hunderte von Parlamentariern des modernen Europa erfaßt hat, für unser Volk keineswegs beleidigend. Eine solche Beziehung, solche Möglichkeiten seitens England vor mehr als einer Generation vorausgesehen und angebahnt zu haben, ist eines von den unsterblichen Verdiensten Herzls. Ich habe nur einige Züge unsrer Erlebnisse um Herzl herausgehoben, um in diesem Lichte etwas von dem Bilde Herzls in Erinnerung zu rufen. Noch ist der große Schilderer Herzls nicht gekommen. Ich bin überzeugt, daß einmal ein Künstler von Gottes Gnaden kommen wird, dem die dankbare Aufgabe zufallen wird, als Künstler, als einer, der intuitiv die Wahrheit vollständig restauriert, das ganze Bild Herzls in voller Reinheit und Schönheit hervortreten zu lassen- Dann werden auch spätere Generationen uns nicht zu glauben brauchen, was wir ihnen in unzulänglicher Weise über Herzl künden, und sie werden begreifen, was für ein Glück wir gehabt haben, daß wir Herzl gekannt, Herzl erlebt haben (Langanhaltender Beifall). DIE TOTEN DER ZIONISTISCHEN ORGANISATION. NAHUM SOKOLOW (Präsident der Zionistischen Exekutive — spricht hebräisch): Wir wollen einen „Jitgadal" — mit diesen Worten beginnt der Kaddisch — aber unser Kaddisch ist nicht ein Kaddisch von Waisen und Trauern- -den, sondern ein Kaddisch von Hoheit und Majestät des jüdischen Volkes. Man kann von Herzl nicht sagen, daß er gestorben ist, so wie es unsere Weisen von unserem Patriarchen Jakob sagen. Herzl ist nur körperlich aus unserer Mitte verschwunden. Er ist in das Pantheon unserer Unsterblichen eingetreten. Der Name Herzls ist mit der Ewigkeit unseres Volkes für alle Zeiten ewig verknüpft. Die Trauer ist vorüber. Wir freuen uns über das Glück, das uns beschieden war, Herzl nicht nur gehabt, sondern für immerdar seinen Geist unter uns zu haben. Herzl ist für uns ein leitender Stern, eine Feuersäule, ich möchte fast sagen, auch ein Nationalfonds. Es ist ein geheiligter Brauch, auf unseren Kongressen der von einer Kongreßperiode bis zur anderen Dahingegangenen zu gedenken. Diesmal hat der Tod eine beispiellose Ernte unter uns gehalten und unausfüllbare Lücken in unsere Keinen und in unsere Peripherie gerissen. Des Schnitters Sichel kreiste erbarmungslos- Ich muß mit dem größten und schmerzlichsten Verlust beginnen: mit dem unersetzlichen Verlust, den wir durch den Tod des Lord Baltour erlitten haben. Ich glaube, es wird keine Übertreibung sein, wenn wir Lord Balfour gewissermaßen den nicht jüdischen Herzl nennen (der Kongreß erhebt sich). Lord Balfour symbolisierte das Beste und Edelste der englischen Rasse. Dieser Mann hat den größten Teil seiner Zeit der politischen Arbeit Großbritanniens gewidmet. In seiner frühesten Jugend war er Sekretär von Disraeli-Beaconsfield. Er ging mit seinem Oheim Lord Salisbury und Disraeli zum Berliner Kongreß und bewahrte lebhafte Erinnerungen von der Behandlung der Judenfrage dortselbst. Er blieb Disraeli und seiner Partei treu und wurde im Laufe der Jahre zum ersten Pührer der Konservativen gewählt; in seinen letzten Jahren war er mehr als

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