Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 255)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zehnte Kongreß-Sitzung* Sonntag, 5. Juli 1931, nachmittags. Beginn der Sitzung 17 Uhr 15 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin- Auf der Tribüne nehmen entsprechend einer Auffordermtg des Präsidenten jene Delegierten Platz, welche schon dem ersten Zionistenkongreß in Basel 189J beigewohnt haben: Dr. Max BODENHEIMER, Heschel FARBSTEIN, Dr. Berthold FEIWEL, /. L. GOLDBERG, Jacob DE HAAS, Leib JAFFE, Dr. Josef MOHILEVER, Nahum SOKOLOW, Menachem M. USSISCHKIN, Dr. Jehuda WILENSKY (auch Präs. MOTZKIN war Teilnehmer des ersten Kongresses). DIE BEDEUTUNG THEODOR HERZLS. VORS. PRÄS. MOTZKIN (spricht deutsch): Ich eröffne die zehnte Sitzung des XVII- Zionistenkongresses, welche gewidmet ist dem Ausdruck unserer Trauer um die größte jüdische Persönlichkeit, welche unsere Zeit hervorgebracht hat, dem Ausdruck unserer Trauer über die tragischen Ereignisse in Erez Israel vom August 1929, jenes schreckliche Erlebnis, das seit zwei Jahren das Judentum bewegt und bis auf den heutigen Tag unsere Seele mit Unmut und gerechtem Zorn erfüllt, sodann auch der Trauer um mehrere ganz hervorragende Gesinnungsgenossen und große Freunde, darunter den größten, Balfour, und schließlich unserer Trauer um eine weitere lange Schar bekannter und ergebener Träger des zionistischen Ideals, die uns seit dem XVI. Zionistenkongreß zu unserem Schmerz entrissen wurden. Gestatten Sie mir, hoher Kongreß, daß ich meinerseits meine Worte des Gedenkens jenem widme, der unsere Bewegung zwar nicht, wie manchmal versichert wird, ins Leben gerufen, der ihr aber erst Leben verliehen, sie organisiert und zum wichtigsten, dominierenden Faktor des jüdischen Lebens gemacht hat (Das Haus erhebt sich). Es trifft sich zum ersten Male, daß ein Kongreß in die Tage fällt, da uns nach der Jahreserinnerung Herzl genommen wurde. Zum 27. Male jährt sich die Erinnerung an jenen 20. Tammus, der eine ganze jüdische Welt erschüttert hat. Nur ein Teil von Ihnen erinnert sich daran, was wir in jenen Tagen erlebten und empfanden, da uns die Kunde traf, daß Herzl nicht mehr unter den Lebenden weile. Uns, der älteren Generation, kam es vor, als ob eine Welt eingesunken wäre, die Welt der Schönheit unseres Ideals, und wenige befinden sich im Saal, die mit uns das Erlebnis Herzl ganz durchgemacht haben. Hoher Kongreß, für einen großen Teil der Jugend, die heutzutage dem Zionismus dient, ist es fast ein Rätsel, erscheint es wie eine fanatische Übertreibung, wenn wir von dem sprechen, was uns Herzl gegeben hat, und ich sage es ganz offen: Sie glauben es nicht, Sie denken, daß wir in Erinnerung an unsere Jugendzeit bewußt oder unbewußt eine Legende schaffen. Ich habe auch bereits ernsthafte Aussprüche gehört, die