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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 250

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 250 (sequence 253)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Kongreß-Sitzung: Generaldebatte ABRAHAM GOLDBERG (Allg., Amerika — spricht jüdisch): Jeder von uns hat sich sicher, bevor er hierherkam, Rechenschaft darüber abgegeben, was in den letzten Jahren geschehen ist und was weiter geschehen soll. Wir hatten noch nie zwei so schlechte Jahre in unserer Bewegung wie die letzten, wir gingen von Niederlage zu Niederlage. Nach einer solchen Kette von Schlägen und Schikanen mußten die Juden das Vertrauen zu England verlieren. Dazu kommt die Araberfrage. Sie ist nicht neu, aber in den letzten zwei Jahren begannen wir in einem anderen Ton darüber zu sprechen. Früher sagten wir, wir haben ein Recht auf Erez Israel und wollen mit den Arabern in Frieden und Verständigung leben. Jetzt aber behauptet man, wir hätten fast kein Recht auf Palästina, und wir sind nicht nur bereit, ein geistiges Zentrum anzunehmen, sondern geben uns mit einem Laboratorium zufrieden. Ich weiß nicht, ob man die Araber damit gewinnen wird, die Juden bestimmt nicht. (Auf Zwischenrufe:) Ich bin kein Revisionist, aber ich kämpfe gegen jene, die erklärten, die Araber hätten auf Grund ihrer Majorität das Recht, zu verlangen, daß die Juden ihnen in allem nachgeben. Jetzt die Krise, an der wir nicht schuld sind! Wir müssen aber verstehen,, daß Geldgeben heute ein Opfer bedeutet- Und opferbereit ist man nur für ein Ideal. Diese Losung müssen wir den Juden geben. (Zwischenruf MEREMINSKI: Opfer für Losungen oder für Erez Israel?) Zu unserem Bedauern müssen wir konstatieren, daß wir keine Führerschaft haben, die uns vereinigen könnte. In diesem Saal gibt es eine Majorität oder wenigstens eine starke Minorität, die mit der alten Führerschaft nicht zusammengehen kann. Auch das muß man in Betracht ziehen. Ich habe mit größter Aufmerksamkeit die Rede von Dr. Weizmann angehört. Es schien, als ob wir zu viel bekommen haben. Und wenn es auch wahr wäre, so hätte er es nicht sagen sollen, da dies nur als Ausrede für England dienen kann. Außerdem erklärte Dr. "Weizmann, die Juden hätten nicht all das geleistet, was sie leisten sollten (Zwischenruf links: Amerika!). Arlosoroff hat diese Worte wiederholt. Vielleicht hätten die Juden mehr leisten sollen, aber vergessen Sie nicht: in den drei Jahren der Herrschaft von Plumer, als Ruhe im Lande herrschte, haben die Juden das Maximum geleistet- Wenn das Unglück nicht ausgebrochen wäre, so hätten die Juden weiter Großes geleistet. Man sollte doch nicht jetzt die Juden beschuldigen und England eine Ausrede liefern (Beifall). Man sagt, die Verhältnisse haben sich geändert. Ja, sie haben sich geändert, aber für alle zum Bessern, so für Indien, für Ägypten, für Irak. Nur für uns haben sich die Verhältnisse zum Schlechteren geändert. Und trotzdem reden wir ohne Entrüstung, man merkt auch keinen gehörigen Protest. Während die Völker, auch die kleinsten, aus dem Kriege als Sieger hervorgegangen sind, während unsere arabischen Brüder das Zehnfache von dem bekommen haben, was sie forderten, nimmt man uns immer wieder etwas weg. Und man sollte doch wenigstens einen starken Protest merken. Wir in Amerika haben uns die Sache ganz anders vorgestellt. Wir haben geglaubt, daß Ihr Euch der Lage bewußt seid. Alle Redner hier sprachen mit großer Vorsicht. Es schien mir, als verstehen schon alle, daß man etwas zusammen tun muß, daß wir vom Kongreß nicht zerrissen und zerbrochen weggehen können, ohne Geld, ohne Einheit und ohne Freundschaft. Ich sah aber, daß wir uns nur vereinen können, wenn ein Thomas spricht- Ich und meine Freunde aus Amerika glaubten, daß man auf dem Kongreß vielleicht etwas wird erreichen können, und darum sind wir hierhergekommen. Wir sag-

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