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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 249

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 249 (sequence 252)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Berlin 249 heute praktisch möglich ist, dann wird man auch, wenn es möglich wird mehr zu bekommen, nicht mehr bekommen, weil man es nie verlangt. Unsere Führer mögen das ja gewußt haben, Aber sie sind eben einem Drucke gefolgt, der von außen gekommen ist, einem Druck, mit dem wir uns hier am Kongreß wenig beschäftigen. Die Jewish Agency hat uns finanziell wenig genützt. Der Schaden aber, den sie uns durch ihren politischen Einfluß gebracht hat, war größer 'als ihr finanzielles Versagen. Die zionistischen Führer dürfen nicht nur an das denken, was man morgen bekommen kann, sie müssen einen großen Ausblick auf die große jüdische Zukunft haben. Nur dann können sie Führer des jüdischen Volkes sein. Ich will nicht über die Frage der Erziehung in Erez Israel sprechen. Nur auf eines will ich hinweisen. Trotz der großen Bedeutung des Erziehungswesens iür unsere ganze Bewegung, verabsäumte es die Exekutive, eines ihrer Mitglieder mit der Leitung dieser Abteilung zu betrauen. Das in Betracht kommende Mitglied war wahrscheinlich nicht gut genug, und so wurde dieses wichtige Ressort einem Beamten anvertraut, der, entgegen dem gewöhnlichen Gebrauch, zwei Tage vor Amtsablauf der betreffenden Exekutive bestätigt wurde. Ich glaube, das ist nicht zu entschuldigen. Das geistige Leben in Erez Israel ist sicher nicht zufriedenstellend für die Majorität des jüdischen Volkes. Ich will nur hervorheben, was kein Misrachist gesagt hat, sondern Bialik: Jedes Automobil, das am Sabbath fährt, ist eine Bombe gegen das jüdische Leben in Erez Israel. Zur Araberfrage: Weizmanns Forderung einer Round Table-Konferenz war sehr klug, aber die Round Table-Konferenz des „Dawar" ist eine Forderung, die wir nicht billigen konnten; die Linke mußte wissen, daß die arabischen Führer •gar kein Interesse an einer solchen Verständigung haben, und durfte nicht zum Verzichten und Nachgeben aufrufen. Zur inneren Situation: Man hat uns gefragt, ob wir mit der Linken gehen wollen oder mit den „leichten" Zionisten. Es gibt vielleicht „leichte Zionisten", aber es gibt keinen leichten Zionismus. Der Misrachi geht mit keiner Partei, denn er ist der Meinung, daß jede Partei mit ihm zu gehen hat. Wir sind, als wir es für notwendig hielten, trotz vieler Einwendungen aus dem allgemeinen Lager mit ■der Linken gegangen, es gibt viele Dinge im Revisionismus, mit denen wir nicht «inverstanden sind; ist eine Gruppe aber für einen starken Zionismus, so sind wir auch dafür. Uns paßt nicht die militaristische Entwicklung des Brith Trumpeldor, wie uns vieles von den Handlungen der chaluzischen Jugend nicht paßt. Von einem Geschlecht, das außerhalb Palästinas geboren ist, kann man vielleicht manches nicht verlangen, aber das Geschlecht, das in Palästina geboren ist, darf nicht auf dem Wege der Entweihung des Sabbaths usw. gehen. Der Misrachi war es, der schon vor Monaten für einen baldigen Kongreß eingetreten ist; wäre das geschehen, so würden wir heute in einer besseren finanziellen und vielleicht auch politischen Lage sein. Da dieser unser Vorschlag nicht angenommen wurde, haben wir auch erklärt, daß wir die Verantwortung nicht übernehmen. Unser Land ist zugrunde gegangen um des Hasses willen, der Gegensatz ist Liebe um der Liebe willen; mit Gruppen, die in diesem Sinne arbeiten, sind wir bereit, zusammenzugehen (Beifall).

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