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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 248

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 248 (sequence 251)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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248 5>. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte tikrednern. Dadurch sind wir in diese traurige Lage gekommen. Wie die Politik aussieht, braucht man nicht zu erzählen. Wie unsere Organisation aussieht, kann uns dieser Kongreß beweisen, und wie die Finanzen aussehen, weiß fast jeder von uns. Der richtige Weg wäre gewesen, nicht zu viele politische Schlagworte und Formeln zu fabrizieren, wie es leider in der letzten Zeit geschah. Ich will nur ein Wort des Präsidenten Weizmann aus der letzten Zeit zitieren: „Ich glaube nicht an den großen Zionismus.4' Es mag ja sein, daß das, was bei Weizmann groß heißt, bei uns vielleicht, zu groß ist, und daß, was ihm klein erscheint, für uns noch immer groß ist, aber wenn ein Führer, von dem der Quell der Begeisterung für die Arbeit ausströmen soll, ein solches Wort ausspricht, dann ihat die Masse das Recht zu sagen: „Wir glauben auch nicht an den kleinen Zionismus." Wir wissen, daß jedes starke Wort uns an gewissen Stellen schaden kann. Aber vergessen wir nicht, daß jedes schwache Wort uns beim jüdischen Volke schadet. Wehn daher ein schwaches Wort in die Masse geworfen wurde, so muß man unwillkürlich darauf mit irgend einem starken Wort antworten. Es ist wirklich gleichgültig, ob man uns Aussprüche dieses oder jenes Mannes bringt. Für uns Juden des Misrachi sind Achad Haam und Max Nordau, bei aller Ehrfurcht vor ihrem Andenken, keine Autoritäten in jüdischen Fragen (Beifall). Ich kam mit den Massen in Amerika in Berührung, dem Lande, in welchem trotz aller Krisen eine große Hoffnung sowohl in finanzieller Hinsicht als auch im Hinblick auf die Menschen liegt. Dort wohnte ich Versammlungen von Zionisten bei, in denen man leider nicht die Frage diskutierte, wie man den Zionismus verwirklichen solle, sondern in denen man zur vergangenen Zeit zurückkehrte und diskutierte, ob man den Zionismus verwirklichen könne. Und jetzt, wo man es so weit gebracht hat, sehen wir die traurige Erscheinung bei uns: Anstatt, daß man — nicht offiziell, aber jeder im Herzen — ein großes Wort sagt, entweder „Judenstaat" oder etwas anderes von gleicher Kraft (sogar die Chowewe Zion glaubten daran), ist es soweit gekommen, daß man sich voreinander schämt, das zu sagen, weil es als Naivität betrachtet wird (Beifall). Wir stehen auf dem Standpunkt, daß der Zionismus eine Sache der Volkserziehung ist. Wir haben aber leider aufgehört davon zu reden, wie man weiterbauen soll, wie man konsolidieren soll, heute spricht man darüber, was man liquidieren soll. So ist es politisch, so ist es auch organisatorisch. Früher hat man davon gesprochen, mit wem man außerhalb des Zionismus zusammengehen könne, heute spricht man davon, daß auch innerhalb des Zionismus Leute sind, mit denen man nicht zusammengehen kann. Es ist ja möglich, daß eine Enttäuschung auch den mächtigsten Geist schwächt. Auf alle Fälle steht die Tatsache vor uns, daß wir angefangen haben, zurückzugehen in unserer äußeren und in unserer inneren Politik. Als wir mit den Führern der englischen Regierung über die Prinzipien des Zionismus verhandelten, da gab es eine Meinung, man solle in Bezug auf die Immigration radikale Änderungen verlangen, da man bei dem bisherigen Zertifikatsystem nicht weiter kommen kann. Da sagte man uns, man könne das nicht verlangen, weil man es nicht erreichen würde- Seit wann verlangt eine politische Bewegung nur, was sie sicher erreichen zu können glaubt? Weiß man denn nicht, daß eine politische Bewegung erst Verständnis schaffen muß für ein großes Programm? Das hat Herzl verstanden. Wenn man aber immer nur verlangt, was

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