Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 249)
- Language
- German, English, Hebrew
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246 Kongreß-Sitzung: Generaldebatte entscheidend die Not der jüdischen Volksmasse und reale Arbeit in Palästina. Die Frage der Majorität ist für uns unbedeutend. Entscheidend ist das, was wir in Palästina schaffen, entscheidend ist das Bedürfnis der Millionen des jüdischen Volkes, in Palästina neue Werte und neue Kolonisationsformen zu schaffen. Man sprach hier von der Gefahr der Verkleinerung des Zionismus. Es gibt eine solche Gefahr, aber nicht auf politischem Gebiete, sondern in unserer Kolonisationsarbeit in Erez Israel- Wenn wir nicht tausenden Chaluzim die Möglichkeit geben werden, nach Erez Israel zu kommen, wenn wir nicht in einem schnellen Tempo eine Position nach der andern in Erez Israel schaffen, dann werden wir den Zionismus verkleinern (Beifall). Gegen diese Gefahr müssen wir unsere- Kräfte konzentrieren. Die Jugend ist zu einem Agitationsmittel der Parteien geworden. Man sagt,, wenn die Jugend von Euch weggeht, so ist es, weil Euer Ideal ihr nicht genügt und sie andere Ideale sucht. Das ist aber ein großer Irrtum. Wenn ein Teil der Jugend von uns weggeht, so ist es nicht, weil unser Ideal ihr nicht genügt, sondern weil wir nicht die Möglichkeit haben, ihr den realen Weg zur Verwirklichung des Ideals zu zeigen. Und darum sind für uns in dem gegenwärtigen Moment die Fragen unserer Finanzmittel für den konkreten Aufbau entscheidend. Ich will unpopulär sein und erklären, daß die Linken auch heute auf dem Standpunkte des Ausbaues der Agency stehen. Er muß nur in einer anderen Weise als vor zwei Jahren geschehen. Für uns war die Jewish Agency nie ein Zweck an und für sich, für uns war sie immer ein Mittel zur Verwirklichung des Zionismus, der Heranziehung weiter jüdischer Massen für zionistische Arbeit. Das war für uns der entscheidende Gesichtspunkt bei der Erweiterung der Jewish Agency, und das wird auch unser Gesichtspunkt bleiben. Wir, die Linken, haben auch als erste versucht, eine neue Form für die Erweiterung der Jewish Agency zu finden. Wir haben einen Weltkongreß für das arbeitende Erez Israel einberufen und im Laufe einer kurzen Zeit eine Viertelmillion Juden um diesen Kongreß konzentriert. Diesen Weg der Heranziehung der breiten Massen für die praktische Arbeit in Erez Israel sollte man bei der Erweiterung der Jewish Agency gehen. Es war ungeschickt, die Jewish Agency nach einem Schema in allen Ländern aufzubauen. Was für Amerika richtig war — und auch in Bezug hierauf hegen wir unsere Zweifel — ist schlecht für Polen und andere osteuropäische Länder, wo wir weite jüdische Massen vor uns haben. Im Zusammenhang hiermit ist der Gedanke einer großen jüdischen Volkssteuer für eine große kolonisatorische Arbeit in Erez Israel aufgetaucht. Es ist traurig festzustellen, daß einer der Pläne in diesem Zusammenhang hier nicht besprochen wurde, der vielleicht einen Ausweg aus der finanziellen Verwicklung, in der wir uns befinden, zeigen könnte. Ich meine den Vorschlag von Sprinzak bezüglich der Gewinnung von Hunderttausenden von Steuerzahlern für große kolonisatorische Ziele. Wenn wir die gesamte Energie dieses Kongresses auf diesen Plan konzentriert und uns mit Begeisterung seiner Verwirklichung gewidmet hätten, so könnten wir zu großen kolonisatorischen Leistungen in Erez Israel gelangen. Das würde von großer Wirkung auf die jüdischen Massen sein. Die jüdischen Massen sind nicht darum unzufrieden, weil sich die zionistische Politik nicht in der richtigen Hand befindet, sondern weil sie keine kolonisatorische Arbeit, keine Gewinnung von neuen Positionen im Lande sehen (Beifall). Für uns ist daher die Frage, ob eine umfassende Koalition zustandekommt oder nichts