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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 244

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 244 (sequence 247)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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244 y. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte des diplomatischen und politischen Denkens der altgewordenen, „arrivierten'^ Nationen und auch über den starren Rahmen, in den man diesen Vertrag einspannen wollte- Weder der Gedanke der Bürgerlichkeit, noch der Begriff der Nation hatten einen Fortschritt gemacht. Und durch die Fügung des Schicksals geben Sie gewissermaßen einen neuen Begriff der Nation. Wahrhaftig, welch ein seltsames Schauspiel, dieses in Basel tagende Parlament, dieser Zionisten-Kongreß, bestehend aus Vertretern aller Nationen und gleichzeitig den echten Vertretern Ihrer Nation! Welch erstaunliches Schauspiel, weich neuen Fortschritt des menschlichen Gedankens und der juridischen und diplomatischen Begriffe bieten Sie uns in diesem Augenblick! Ich bin heute mit wahrer Freude hierhergekommen, um Sie morgen sozusagen auch in Fleisch und Blut kennen zu lernen, um Fühlung zu nehmen mit all Ihren Kämpfen, all Ihren Widersprüchen, allen Schwingungen Ihres Gedankens. Mit meiner Erfahrung eines alten Parlamentariers fühlte ich eben, neben Ihrem Präsidenten sitzend, alle Gedanken und alle Erregungen der Versammlung in mir zittern. Ich bin nicht: hierhergekommen, um Ihnen zu schmeicheln; ich will Ihnen aber sagen, mit welcher Freude ich Ihrer Diskussion folgte. Was seid Ihr doch für eine merkwürdige Versammlung, völlig neu in der Weltgeschichte! Man fühlt es, wenn man hier hereinkommt. Es ist wie auf unseren sozialistischen Kongressen: lauter heftige Kämpfe, Erregungen ehrlicher Herzen, nichts von Theater, nichts von Komödie. Theater! Komödie! Es gibt sie manchmal in parlamentarischen Versammlungen,, aber in Ihrem Kongreß bewirkt ein gewisser politischer Sinn, daß der leidenschaftlichste Ausbruch doch wieder rasch zum Stillstand kommt. Wenn eine Gruppe ihren Beifall kundgegeben hat, wird alles still. Man errät die Zurückhaltung, die Zügelung von Menschen, die für ein gemeinsames Ideal leben. Ich beglückwünsche Sie dazu, möge es so bleiben! Ich hatte eben eine seltsame Erinnerung. Ich glaube, es war, als Sie, Herr Goldmann, sprachen. Sie haben verschiedene Interpretationen zitiert, die Politik der letzten Jahre den neuen Aspirationen gegenübergestellt, von Prestigepolitik gesprochen- Ich glaubte das Echo einer Rede von Herrn Briand auf der Tribüne von Genf zu hören, wo man sich an alle Nationen wenden kann, um ihnen nach Jahrtausenden von Kriegen, nach zehn Jahren des Friedens die festen Regeln zu zeigen, die zur Versöhnung und zum Weltfrieden führen. Oh, meine Freunde! Sie, die Sie in der heutigen Weit das darstellen, was alle von Vorurteil und Knechtschaft befreiten Völker sein müßten, bewahren Sie sich die Treue zu den reinen Grundsätzen, die die Völker in einer Stunde der Besinnung in den Völkerbundpakt und in die Präambel des Abschnittes XIII schreiben konnten! Ich kann und ich will nicht Stellung nehmen zu Ihren Problemen und werde mich hüten, in Ihre Debatte einzugreifen. Aber als Mitglied internationaler Institutionen und als ein Mann, der sein Lebensideal in der Verwirklichung des nationalen Gedankens in internationaler Solidarität sieht, bitte ich Sie, den Gedanken immer im Herzen zu tragen: es gibt keine lebendige Politik in unserer heutigen Zeit, und auch keine lebendige nationale Politik, ohne die Idee der Gerechtigkeit und des Friedens. Sie haben als Ihre Mahnung die ganze wundervolle Tradition, an welcher die gesamte Menschheit teilhat. Sie werden in der Geschichte Jerusalems Gründe genug finden, um die Hoffnung nicht sinken zu lassen und Ihren Weg mutig fortzusetzen. Gestatten Sie mir, neben Ihrer Tradition die lateinische zu beschwören. Oft^

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