Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 244)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Motzkin, Sokolow 241 fall, daß Sie auch unser Freund sind. Nicht aus irgendwelcher Liebenswürdigkeit, sondern infolge Ihrer Überzeugung sind Sie ein Freund der zionistischen Bewegung. Gerade die Ideen, für die Sie in der Welt seit Jahrzehnten mit solchem Enthusiasmus, solcher Ergebenheit und solchem Erfolg kämpfen, sind unseren Anschauungen naheliegend und zeigen in vielem eine große Verwandtschaft mit der zionistischen Bewegung. Namens eines seit vielen Jahrhunderten gequälten Proletariervolkes treten wir in die Welt und verlangen Verständnis und Freiheit für dieses Volk. Dabei sind wir uns dessen bewußt, daß wir mit unserem Ideal, unseren Forderungen und unserer harten Arbeit zugleich der Menschlichkeit, dem Frieden und der Rekonstruktion der sozialen Beziehungen dienen. Es ist auch kein Zufall, daß Monsieur Thomas, der Franzose, uns verstanden hat. In demselben Lande, in welchem man zuerst im kontinentalen Europa die individuellen Rechte eines jeden Juden anerkannt hat zu einer Zeit, als noch über uns das wildeste Unrecht gebot, in demselben Lande ist auch zum ersten Male formell und auch offiziell unser Recht auf Palästina anerkannt worden (Beifall). Noch vor der Balfour-Deklaration hat man bereits in Frankreich dieses Recht uns zugestanden. Mit großer Freude nehmen wir daher die Gelegenheit wahr, ihn, den Leiter des Internationalen Arbeitsbüros, den großen Kämpfer für Menschlichkeit und Gerechtigkeit, den großen Menschen, der das Recht jeder Nation auf ihr Land und ihre Freiheit vertritt, hier bei uns begrüßen zu können (Stürmischer Beifall). Ehe ich Herrn Thomas, der eine Antwort zu erteilen wünscht, das Wort gebe, erlaube ich mir dem Präsidenten der Zionistischen Exekutive, Herrn Sokolow, das Wort zu erteilen. NAHUM SOKOLOW (Präsident der Zionistischen Exekutive): Namens der Zionistischen Exekutive habe ich die große Ehre, Monsieur Albert Thomas den Willkommensgruß zu entbieten. Es ist nicht ein banaler Besuch der Courtoisie, den wir hier haben, es ist nach meiner Auffassung eine Konsequenz der Vergangenheit von Albert Thomas. Die ganze Diskussion in diesem Kongreß dreht sich um die Frage der Bedeutung der Deklarationen, und man interpretiert die Deklarationen in unserem Geiste gegen andere unrichtige Interpretationen. Aber nach allem besteht doch immer die Frage, was diejenigen Personen, die diese Deklarationen gegeben haben, was die Regierungen und Völker sich dabei gedacht haben. Und wir sehen uns in der Welt um nach denjenigen, die noch leben aus der klassischen Zeit nicht der Interpretationen, sondern des Textes der Deklarationen. Wir zitieren Ihnen, was Lloyd George, der noch lebt, darüber denkt, was Lord Robert Cecil darüber denkt, weil es eine historische Bedeutung hat, weil er doch einer derjenigen ist, die den Text gemacht haben. Wir zitieren Ihnen, was General Smuts darüber denkt- Wir vergessen aber oft zu fragen: was denken die großen Franzosen, die Albert Thomas, die Paul Painleve und die andern? Dies ist nicht bedeutungslos, denn wenn man die französischen Deklarationen (es waren mehrere) in ihrer vollen Bedeutung erkennen will, müssen wir die Franzosen fragen. Das ist die Bedeutung dieses Besuches von Albert Thomas bei uns. Ich will hier feststellen, daß zur Zeit, als ich die Arbeit in Frankreich gemacht habe, mir Albert Thomas jederzeit mit Rat und Tat beistand (Beifall). Die ganze intellektuelle Elite Frankreichs, verschiedene Mitglieder der Akademie und der Institute, manche Mitglieder der Regierung haben sich mit uns Zionisten versammelt, und wrir haben den Sinn und Zweck des „Foyer national" besprochen. Bei 16