Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
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Alossinson, Arlosoroff 219 so vor den anderen 50 Prozent auftreten werden, werden wir auch sie heranziehen und sie als aufbauende Kraft verwenden. Wenn wir aber die Fahne senken, so werden wir zur Liquidation gelangen. Wir müssen daher auf diesem Kongreß vor der ganzen Welt unsere umfassenden Forderungen proklamieren, den Zionismus als Antwort für die Frage eines blutenden 17 Millionen-Volkes erklären. Zugleich müssen wir unsere Kräfte organisieren, die Fahne der Organisation heben. So wie wir das Land für das Volk vorbereiten, so müssen wir auch das Volk für das Land vorbereiten. Wir müssen unsere Jugend auf der Grundlage von Verantwortung und nicht nur von militärischer Disziplin, im Geiste der Hingabe und Opferwilligkeit erziehen. Und wenn wir dies tun werden, so werden wir den Glauben an unsere Zukunft in das Volk tragen und unsere Forderung nach Opfern wird keine leere Forderung sein; das Volk wird die Opfer leisten, und wir werden wirklich erlöst werden (Beifall). Dr. CHAIM ARLOSOROFF (Arb., Erez Israel — spricht deutsch): Wenn die Lage des Zionismus nicht so verteufelt ernst wäre, wenn uns nicht die Frage gegenüberstünde, wie wir am Tage nach dem Kongreß auf jedem Gebiet unserer Tätigkeit, in der Politik, in der Kolonisation, in der Geldaufbringung, weiterkommen sollen, so würde es sehr schwer sein, die Reden der politischen Opposition in der Generaldebatte ernst zu nehmen- Jabotinsky und Lichtheim haben als Zentralproblem die Frage des Endzieles in die Diskussion geworfen. So oft ich das höre, kommt mir die bitterste Satire in den Sinn, die je gegen den Zionismus geschrieben worden ist, die Geschichte von den Chelmern und ihrem Ofen. Die Chelmer — die ich hier nicht näher zu charakterisieren brauche — beriefen einmal eine Versammlung ein und beschlossen, daß es im Winter kalt sei und daß man deshalb einen Ofen brauche. Sie hatten aber kein anderes Material zum Bau eines Ofens als Butter und so machten sie sich daran, ihren Ofen aus Butter zu bauen. Kam ein kritischer Zuschauer, der ihnen sagte, daß man, wenn man einen Ofen brauche, Ziegel und Steine herbeischaffen müsse, so nannten sie ihn einen Idioten, der nicht verstehe, daß man im Winter einen Ofen brauche, oder einen Verräter, der die Heiligkeit des Ofens nicht anerkenne. Jabotinsky sagte, wenn dieser Kongreß nicht dazu kommt, die volle Majoritätsformel zu akzeptieren, habe er seine politische Aufgabe nicht erfüllt. Er sagte ferner, einen Ofen, einen Staat zu haben, sei das normale. Schade nur, daß es jenem davon nicht wärmer wird, der keinen hat, und er der Frage ausweicht, der das jüdische Volk gegenübersteht, wie wir die schneidende Kälte unserer Lebensbedingungen ertragen und unsere politische Zukunft Stein für Stein aufbauen sollen. Wenn Jabotinsky sagte, es wäre widerwärtig, immer nur halben Worten zu begegnen, so sage ich, es ist noch viel widerwärtiger, großsprecherische Worte, Worte der Selbstberauschung zu hören, ohne daß wir wissen, wie unter den Bedingungen des jüdischen Volkslebens diese Worte mit einem realen Inhalt zu erfüllen sind (Lebhafter Beifall). Niemand weiß besser als wir Palästinenser, welches Schicksal uns beschieden ist, wenn es uns nicht gelingt, aus dem kleinen jüdischen Jischuw in nicht allzu langer Zeit eine große jüdische Siedlung zu machen. Wir arbeiten in einem Wetterwinkel der Levante. Und wenn es uns nicht gelingt, dort eine Massensiedlung in palästinensischem Boden zu verwurzeln, werden wir nicht nur keine