Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 220)
- Language
- German, English, Hebrew
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Naiditsch, Mossinson zu einer internationalen Frage ersten Ranges gemacht. Man kann sagen, daß der Zionismus zwischen uns und der ganzen Welt Frieden gestiftet hat. Das jüdische Volk hat sozusagen den Nichtjuden alle Leiden, die es im Laufe von Generationen ertragen hat, verziehen und seine ganze Energie der Aufbauarbeit gewidmet. In den letzten zwei Jahren hat man uns aber die Möglichkeit des Aufbaues und des Schaffens geraubt. Das erweckt bei uns wieder das Gefühl der Erbitterung, des Schmerzes und der Empörung gegen jene Welt, die uns diese Enttäuschung geschaffen hat, und daß es gerade die britische Regierung war, an die wir geglaubt hatten, hat den Schmerz noch vergrößert. Dies sollte man auf diesem Kongreß vor der ganzen Weit zum Ausdruck bringen. Und es ist sehr schade, daß gerade auf diesem Kongreß der Präsident unserer Organisation, Dr. Weizmann, es für notwendig hielt, das Verhalten unserer Partner zu erklären, die unsere Forderungen herabsetzen und die uns freistehenden Möglichkeiten verringern wollen. Wir wissen, was unsere Partner sagen und tun. Wir wollten aber gerade von dem Mann, der an der Spitze der Organisation steht, daß er proklamiert, was wir wollen, im ganzen Umfange und in der ganzen Weite. Und wenn wir unsere Frage als die Frage eines 17 Millionen-Volkes aufgerollt hätten, brauchte man die Worte der Balfour-Deklaration und des Mandats nicht zu ändern. Wenn im Mandat steht, daß Erez Israel als nationale Heimstätte die Frage des jüdischen Volkes als Volk lösen soll und dabei die Rechte der anderen Bewohner im Lande geschützt werden sollen, wenn dies eine Frage des jüdischen Volkes ist, eine Frage von 17 Millionen Juden, die das Recht haben, sich als Bürger Erez Israels zu betrachten, so ist die Majorität von selbst gegeben. Diese 17 Millionen Juden sollen, soweit es ihnen möglich ist, für sich eine Basis schaffen. Dies ist mehr als eine Majorität, das Wort Majorität beschränkt nur die Sache. Es handelt sich also um die Frage eines Volkes gegenüber den Bewohnern, die sich jetzt im Lande befinden, die ihre nationale Frage vielleicht in einem viel weiteren Umfang in anderen Ländern lösen, im Irak, Hedschas, Syrien usw. Unser Verhältnis zu den Arabern ist also klar. Ich bedaure sehr, daß auch hier Dr. Weizmann es für nötig gefunden hat, von „Parität" zu sprechen. Es besteht zwar ein Unterschied zwischen binational und Parität, worüber er jetzt gesprochen hat. Aber auch Parität entspricht nicht dem Verhältnis, das das unsere sein soll. Wir haben im Gegensatz zu den Arabern nur einen Ort für die Lösung unserer nationalen Frage und darum kann man nicht von nationaler Gleichstellung sprechen, da man dadurch die ganze Zukunft und unsere ganze Hoffnung zunichte macht. Ben Gurion kann vielleicht über Parität als heutige Forderung und Arbeitsmethode sprechen. Auch heute wird dadurch kein Ausweg gefunden werden. Aber unser gesamtes Verhältnis auf die Grundlage einer solchen Gleichheit stellen, heißt, daß wir verzichten auf die Grundlage unserer Existenz und unserer Hoffnung. Ich will noch eine andere Seite der arabischen Frage betonen. Man spricht über diese Frage sehr viel, vielleicht zu viel. Aber eines muß klar sein: Solange die Mandatsregierung von uns verlangt, daß wir einen Weg zur Verständigung mit den Arabern finden, werden wir einen solchen Weg nicht finden. Das bedeutet doch, daß wir zugeben sollen, daß sie eine Kraft bilden, ohne die wir nichts tun können, d. hdaß wir uns vor ihnen beugen (Lebhafter Beifall). Die Leute des Brith Schalom haben begonnen, vor den Arabern herumzukriechen (Beifall). Sie handeln dumm, weil die Araber sie nicht verstehen und ihnen nicht glauben