Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 219)
- Language
- German, English, Hebrew
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216 8. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte auf die Beamtenschaft, denn dieser Kampf gegen Personen führt zur Zerstörung der Organisation und aller ihrer Institutionen. Auch die politische Taktik der Linken ist abzulehnen, die bei den englischen Parlamentswahlen offiziell die Labour Party unterstützten, als das ganze Judentum in einem scharfen Protest gegen diese Regierung stand. Beide Flügel sind gleich in ihrer Schuld, aber auch gleich in ihren Verdiensten für den Aufbau des jüdischen Heims. Die Chaluzim bauen das Land, der Revisionismus und der allgemeine Zionismus aber erhält uns die Jugend, die sonst an extrem-linke Parteien verlorengegangen wäre. Er ist die Verjüngung der jüdischen Renaissancebewegung. Redner protestiert schließlich gegen die seinerzeit vom A.C. beschlossene Einstellung des einzigen offiziellen hebräischen Organs der Bewegung, des „Haolam", die nur dank Eingreifen der Exekutive und einiger interessierter Privatpersonen verhindert wurde (Beifall). ISAAC NAIDITSCH (Allg., Weltw. — spricht jüdisch): Wir dürfen das Endziel des Zionismus nicht verkleinern, damit verkleinern wir die Anziehungskraft des Zionismus auf die Jugend. Ein Abgehen vom Basler Programm ist unnötig, eine Mehrheit schafft man nicht mit Losungen, eine Mehrheit schafft man mit Tatsachen. Jabotinsky sagt, die Proklamierung des Judenstaates sei die Voraussetzung einer Massen-Immigration- Vor einigen Jahren hatten wir eine jährliche Einwanderung von 25.000, aber Sie wissen, wie viele davon rückgewandert sind, weil wir sie nicht verwurzeln konnten. Nach San Remo kam Weizmann zu der Sitzung des Aktionskomitees mit der Deklaration, aber was Geld betrifft, mit leeren Händen. Er erklärte damals: Wir haben nur zehn Jahre Zeit, in diesen zehn Jahren können wir noch eine große Masseneinwanderung zustande bringen. Wie ist der Appell des Keren Hajessod beantwortet worden, wo sind die nötigen Summen geblieben? Wie hat man ihn beim Aufbau unseres Finanzinstrumentes behindert! Was uns in den letzten zwei Jahren von England angetan wurde, ist ein Versuch, das Mandat immer weiter abzubauen- Wollen wir deswegen eine neue politische Offensive eröffnen, dann müssen wir vorsichtig sein und vor allem von dem ausgehen, was wir an Tatsachen geschaffen haben. Es ist noch immer sehr viel, im Verhältnis zu der politischen und wirtschaftlichen Lage des jüdischen Volkes und obwohl wir natürlich hätten mehr schaffen können und müssen. Das lassen wir nicht verkleinern, darauf müssen wir immer wieder hinweisen, denn wenige Völker haben unter solchen Schwierigkeiten so konstruktive Arbeit geleistet. Es gibt in dieser Stunde der Not nur einen Weg, die Front enger zu schließen, unsere Kraft darauf zu konzentrieren, daß keine Pause eintritt. Immer mehr Tatsachen schaffen und weiter um unser Recht kämpfen, das ist unsere Aufgabe (Beifall). Dr. BENZION MOSSINSON (Allg., Südafrika — spricht hebräisch): Wir haben geglaubt, daß auf diesem Kongreß ein Protest vorgebracht, daß dem ganzen Schmerz, der sich in uns im Laufe der letzten zwei Jahre von dem Kongreß in Zürich bis zum Kongreß in Basel angehäuft hat, Ausdruck gegeben werden wird. Man hätte hier die ganze Leidensgeschichte des jüdischen Volkes im Galuth aufrollen und die Frage des Zionismus noch einmal nicht nur als Frage des Aufbaues Palästinas, sondern als Frage der Existenz des Volkes und aller seiner Probleme auch im Galuth darstellen sollen (Beifall). Damit hätten wir unsere Frage