Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 218)
- Language
- German, English, Hebrew
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Torczyner, Gesang 215 Politiker hat von ihm gesagt, daß wir Jahre brauchen werden, um diesen Brief in die Tat umzusetzen. Für jenen Kampf brauchen wir den festen Willen einer Exekutive, die wirklich jene Bedingungen schaffen will, welche die Möglichkeit geben, die Dinge zu bauen. Ohne diese Bedingungen kann es nicht gelingen, das Ziel, mögen Sie es, wie die Linke, eine große Kolonisation zu beiden Seiten des Jordan oder, wie die Rechte, eine Mehrheit nennen, zu verwirklichen. Über dieses Ziel sind wir einig. Ich behaupte abermals, daß auch Weizmann die Verwirklichung des ganzen großen zionistischen Ideals will. Es wurde von einem politischen Testament Weizmanns gesprochen. Ich danke Gott, daß wir ihn haben, wie er ist, mit allen seinen Fehlern. Wenn er heute geht, so wird er morgen oder übermorgen zurückgeholt werden, weil wir keinen zweiten haben (Beifall). Wenn Herr Blumenfeld meint, daß die Zionisten, die der Mitte angehören, nichts wollen, so ist das ein Irrtum- Die kleinen Gruppen wollen die Einigung des ganzen Zionismus im Namen des Erbes Herzls, das der Kongreß ist und die Einheit der Zionistischen Organisation. Von unserer Bewegung aus müssen wir das ganze jüdische Volk erobern, und das ist eine ungeheure Arbeit. Die vielverrufene Jewish Agency hat sich., nicht bewähren können, nicht nur infolge organisatorischer Fehler, sondern infolge der traurigen Umstände, die überall herrschen. Gegen all das müssen wir ankämpfen mit unseren Kräften, die wir jetzt für inneren Streit verschwenden. Die zionistische Fahne muß heraus, nicht als Symbol einer Partei oder Gruppe, sondern als Symbol der ganzen zionistischen Bewegung, für das ganze jüdische Volk (Beifall). NATHAN GESANG (Allg., Argentinien — spricht jüdisch): Nach dem System unserer Führer glaubten wir alle diese Jahre, daß alles, was in Palästina geschehe, auf Mißverständnisse oder den schlechten Willen des einen oder anderen Beamten zurückzuführen sei. Wir gingen so weit, daß wir im MacDonald- Brief eine Aufhebung des Weißbuches sahen. Die Hauptsache ist aber nicht, was wir darüber denken, sondern was das Colonial Office meint. Und Shiels hat in der Mandatskommission erklärt, die Araber seien mit dem Brief MacDonalds unzufrieden, da er das Weißbuch abschwäche, das sei aber nicht der Fall. Das Weißbuch bleibt also in seinen Grundprinzipien bestehen und nimmt uns die Möglichkeit zu Immigration und Kolonisation. Wenn England, der Partner des Judentums, sich in Erez Israel, dem Lande des Judentums, erlaubt, solche Gesetze gegen die Juden zu schaffen, wie können wir dann gegen andere Länder in der Galuth auftreten, wo unsere Rechte geschmälert werden? (Beifall) Zu den wenigen Verehrern des Präsidenten gehöre auch ich. Und als solcher verlange ich, daß wir seinen Entschluß, seine Kandidatur nicht mehr aufzustellen, annehmen müssen. Wir erhalten dadurch die Ganzheit der Organisation und die Ehre unseres Präsidenten, der sein Leben für den Aufbau der jüdischen Nation und des jüdischen Landes hingegeben hat. Deshalb nehme ich aktiven Anteil an der Gruppe der allgemeinen Zionisten, die die Schaffung einer breiten Koalition verlangt. Die Strafrede, die wir gestern von der Linken gehört haben, war nicht am Platz. Wir wissen die positiven Leistungen der Linken zu schätzen. Sind wir es doch, die wir uns all die Jahre anstrengen, die Gelder für Euch zu schaffen. Gleichzeitig aber anerkennen wir auch die Revisionisten, obwohl wir ihre Taktik verurteilen, die schädlich ist für unsere Organisation und die Politik unserer legalen Vertreter untergräbt. Wir verurteilen ihre Angriffe