Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 215)
- Language
- German, English, Hebrew
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212 Achte Kongreß-Sitzung* Freitag, 3. Juli 1931, nachmittags. Beginn der Sitzung 14 Uhr 45 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin. ABRAHAM TAWIW (Jemenit, Erez Israel — spricht hebräisch): Als der Delegierte der Jemeniten, der einzige Delegierte von 15.000 jemenitischen Einwanderern, muß ich wieder das alte Lied wiederholen, das schon die jemenitischen Delegierten auf früheren Kongressen vorgebracht haben. Die jemenitische Gemeinschaft in Palästina fühlt sich einsam, entfernt von dem Boden der Heimat, als Stiefkind von unseren Institutionen betrachtet. Wir haben nur ganz minimale- Forderungen, man will sie aber nicht erfüllen. Schon seit vielen Jahren haben wir bereits Forderungen an unsere Institutionen: Ansiedlung auf dem Boden, Immigration und Erziehung. Während in zwölf Jahren zu unserem Glück hunderte von Kolonien in Erez^ Israel errichtet wurden, wurde den Jemeniten nur ein trockener Knochen zugeworfen. Die ehemalige Zionistische Exekutive und heutige Jewish Agency verhält sich unseren Interessen gegenüber mit außerordentlicher Gleichgültigkeit. Wenn die Jemeniten nach vielen Schwierigkeiten schon eine kleine Bodenparzelle be- \ kommen, so tritt man an deren Amelioration erst nach sieben Jahren heran. Wenn man in einer Kolonie im Jahre 5680 eine Zisterne zu graben beginnt, so werden wir Wasser im Jahre 5690 haben. Im Jahre 5685 wurden gewisse Böden zur Erweiterung der Jemeniten-Siedlung erworben. Trotz der Beschlüsse des letzten Kongresses hat man nur einige hundert Dunam dieses Bodens bestellt- Alle übrigen Arbeiten auf den verschiedenen Böden wurden in die weite Zukunft hinaus verschoben. Mit Genugtuung kann ich nur das Verhalten der K.K.L.-Leitung bezeichnen, die Zisternen in den zwei neuen Jemeniten-Siedlungen Tirath Schalom und Schechunath Marmorek errichtet hat. Der Keren Kajemeth hat uns noch vieles versprochen, aber leider macht uns die landwirtschaftliche Abteilung der Palästina-Exekutive der Jewish Agency viele Schwierigkeiten. Sie will unsere Ansiedlung nicht bestätigen. Die Palästina-Exekutive will unsere Interessen nicht anerkennen. Es kommt eine Leitung nach der anderen, und alle vernachlässigen unsere Angelegenheiten. Wenn ein neuer Leiter kommt, so legt er unsere Angelegenheit beiseite und stellt sich auf den Standpunkt: Diese sind doch aus einer finsteren Galuth gekommen. Sie sind schon gewöhnt zu leiden, man soll daher ihr Geschrei nicht besonders berücksichtigen und man soll ihnen eine Kleinigkeit geben und dann für die nächsten Jahre Versprechungen machen. Wenn wieder ein neuer Leiter kommt,, sieht er aus den Büchern, was man für die Jemeniten in den früheren Jahren ausgegeben hat und er kürzt noch mehr. Auf den ersten Kongressen wurden manche Budgets für die Jemeniten bewilligt- Sie wurden aber nur zum geringen Teil verwirklicht. Auf dem XV. Kongreß-