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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 210

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 210 (sequence 213)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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2IO y. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Sein Inhalt und seine Formeln befriedigen uns nicht. Dagegen haben wir jetzt schon nach dem MacDonald-Brief eine Reihe von überraschend schnell aufeinander folgenden Taten erlebt, welche zeigen, daß der Geist des Colonial Office derselbe geblieben ist, ein feindseliger Geist, und auch die Tendenz dieselbe, unser großes Ziel der Volksbefreiung bis zur Karrikatur zu verkleinern. Ein Land, das Philhellenen wie Byron und Philozionisten wie Balfour hervorgebracht hat und das stolz darauf ist, die Heiligkeit der Verträge zu achten, darf mit Recht von uns feierlich daran erinnert werden, daß es das Mandat dem Geiste und dem Buchstaben nach ausführen muß, wie es von den Schöpfern der Balfour-Deklaration und dem Völkerbund aufgefaßt wurde. Das Mandat ist kein Geschenk, das jederzeit eingeschränkt oder zurückgenommen werden könnte, es ist ein Vertrag zu Gunsten eines Dritten, des jüdischen Volkes, der eingehalten werden muß. Palästina ist der Mandatarmacht zu treuen Händen als Deposit anvertraut worden, mit dem Auftrage: ein Nationalheim für das jüdische Volk zu schaffen. Und nun zur zweiten Frage, der Zielsetzung. Es wird Außenstehenden vielleicht verwunderlich, wenn nicht paradox erscheinen, daß wir jetzt, 34 Jahre nach dem Basler Programm und nach sechzehn Kongressen, über unsere Endziele in so leidenschaftlicher und tiefschürfender Weise diskutieren, in einer Zeit, wo politische und finanzielle Schwierigkeiten sich um uns türmen wie während keines andern der übrigen Kongresse. Die feindliche Front zieht sich von Moskau bis Mekka und von Rom bis Jerusalem. Und jedes unserer Worte wird gierig aufgeschnappt, um, oft böswillig verdreht, als Waffe gegen uns zu dienen. Und doch ist es erklärlich, daß gegen jene Kreise im Zionismus, welche seit Jahren eine Kampagne zur Verkleinerung unseres Endzieles, zur Verwässerung unserer Ideale, zur Schaffung eines Klein-Zionismus statt des Herzlichen Großzionismus führen, jetzt eine tiefgehende Gegenbewegung entstanden ist. Ich will mich nicht in historische Erörterungen einlassen, aber ich möchte feststellen, daß die Frage der Formulierung unseres Endzieles* die Frage des Judenstaates, zu einer aktuellen Tagesfrage erst dann wurde, als von offiziöser und offizieller Seite im Zionismus politische Formeln als Endziele proklamiert wurden, welche bei uns allen, die wir mit den Idealen Herzls und den wirklichen Zielen des Zionismus mit unzerreißbaren Banden verknüpft sind, eine steigende Beunruhigung und den Wunsch der Gegenwehr hervorriefen. Ich erinnere an die Rede eines Exekutivmitgliedes in Wien vor einigen Jahren und an eine Äußerung in Berlin, die im vorigen Jahre gefallen ist- Wir können nicht zugeben, daß von außen, von Seiten Englands und der Araber, die Grenzen, die den Inhalt des Mandates umschließen, immer mehr eingeengt werden und zugleich von innen her, von Seiten der Kleinzionisten, der Inhalt ausgehöhlt wird. Die Lage lastet sowohl politisch wie finanziell schwer auf uns allen. Aber doch gibt es gewisse Grenzen, wo unser Volk den Verkleinerern unserer Ideale ein lautes Non possumus zuruft. Diesen Mut fand der Zionismus trotz des Kischinew-Pogroms in der Uganda-Frage, als er das „Nachtasyl" ablehnte, diese Willenskraft offenbarten wir dem Sultan Abdul Hamid gegenüber^ welcher von keiner öffentlich rechtlich gesicherten Kolonisation hören wollte. Andererseits glaube ich, daß jeder unvoreingenommene Beobachter auf Grund der bisherigen Debatte finden wird, daß ein großer, ein überwiegender Teil unserer Bewegung für den Groß-Zionismus in der Herzlichen Prägung ist, für ein jüdisches Vaterland in Erez Israel in einer nach allen Richtungen vollkommenen Entfaltung. Es wird daher angesichts des Verlaufes der

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