Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 203)
- Language
- German, English, Hebrew
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200 7. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte hat wiederholt seine Demission angekündigt. Wir haben ihn immer wieder zurückgerufen. Diesmal müssen wir sagen, so schmerzvoll es sein mag: Wir müssen Weizmann ziehen lassen. Es hat sich eine Situation ausgebildet, welche Weizmann nicht mitmachen kann. Es gibt keinen Zionisten, der dem englischen Volke nicht tief dankbar wäre, aber man muß doch zugeben, daß das Vertrauen zur Mandatarmacht tief erschüttert worden ist. Und wir müssen eine Situation in Betracht ziehen, in der wir uns von England vielleicht werden trennen müssen. Ich denke nicht daran, daß wir antienglische Politik machen werden, aber vielleicht müssen wir eine Politik ohne England machen oder uns nach anderen umsehen. Dabei kann "Weizmann nicht mittun. Nun die Frage: was dann? Was immer Sie tun werden, an einem halten Sie fest: Erschüttern Sie nicht die ungeheure Kraft der Zionistischen Organisation. Erhalten Sie und stärken Sie den organisierten Willen des Zionismus. Wehe uns, wenn es unter uns Führer gibt, welche das Parteiprestige höher stellen als die Zionistische Organisation. Wehe uns, wenn es hier Leute gibt, die sagen: Soll alles zugrundegehen, wenn ich nicht der Sieger bin! Nur einer darf hier Sieger sein, die Zionistische Organisation. Solange wir unseren starken organisierten Willen haben, können wir uns auch der Mandatarmacht entgegenstellen. Wenn unser Wille erschüttert ist, dann haben wir nichts mehr. Darum müssen wir eine Koalition aller Parteien bilden. Man kann nicht einzelne Parteien und kleinere Gruppen retten, wenn das Ganze auf dem Spiele steht. Die Organisation steht auf dem Spiele und kann nur auf diese Weise gerettet werden und mit ihr der Zionismus bis an sein letztes Ziel. Wie das zu erreichen ist? Ich glaube es ist zu erreichen. Wir sind doch gewissermaßen in einem aufgezwungenen Kriegszustand und da gibt es keine andere Möglichkeit als Zusammenschluß. Alle zusammen müssen wir die Verantwortung übernehmen und tragen. Sollte uns Böses bevorstehen, tragen wir es zusammen. Siegen wir, triumphieren wir zusammen. Ich habe mich auf Kongressen stets im Hintergrunde gehalten. Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich jetzt ein bißchen aus meinem Gemüte herausrede. Ich weiß nicht, ob ich noch an einem Kongreß teilnehmen werde. Ich habe mir nie den Luxus geleistet, prophetische Visionen zu mimen. Aber heute habe ich das Bedürfnis, an Sie einen Appell zu richten: Hüten Sie das, was das Herz des Zionismus ist, den unerschütterlichen Glauben an das Ziel und den festen Glauben an die Gerechtigkeit unserer Sache. Ich freue mich, daß auf dem XVII. Kongreß so viel Jugend ist, es ist ein wunderbares Zeichen, daß gerade in so schwerer Zeit so viel Jugend zu uns kommt. An sie richte ich den Appell: Sie werden den zionistischen Endsieg sehen, Sie werden auch das zionistische Endziel sehen! Glauben Sie weiter und arbeiten Sie! (Lebhafter Beifall.) VORS. PRÄS. MOTZK1N: Gestatten Sie mir, unserer Freude Ausdruck zu geben, Dr. Thon wieder in unserer Mitte begrüßen zu können, und seine Skepsis abzulehnen. Er hat durch seine Rede bewiesen, daß er noch an sehr vielen Kongressen teilnehmen wird (Lebhafter Beifall). RICHARD LICHTHEIM (Rev.y Südafrika — spricht deutsch): Wir sind zu diesem Kongreß nicht gekommen, um zu polemisieren. Wir glauben, daß die überwiegende Mehrheit der Zionisten, wenn vielleicht kein vollkommen klares