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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 196

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 196 (sequence 199)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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196 7- Kongreß-Sitzung: Generaldebatte weisen. Wir lehnen eine zionistische Theorie ab, die nicht von einer Mehrheit in Palästina spricht. Das Traurigste aber war, daß es zur Unterstützung der Richtigkeit dieser Ideen für nötig befunden wurde, unsere großen Führer Herzl und Max Nordau. aus dem Grabe zu bemühen. Seit wann ist Max Nordau für Weizmann wieder Autorität geworden? Wer hat ihn bekämpft und seine Mitarbeit unmöglich gemacht? Es ist eine merkwürdige Tatsache: Zur selben Zeit, wo wir hier eine- Politik führen, welche ich nicht anders denn als eine Politik der Feigheit bezeichnen kann, verlieren unsere Brüder in Erez Israel, der Jischuw, der die Lage im Lande schwer empfindet, nicht den Mut und weigern sich, die Politik zu akzeptieren, die durch die Führer im Galuth gemacht wird. Man sagt uns, es sei unpolitisch, vom Endziel zu sprechen. Im Leben jedes Volkes kann man Politik führen und führt sie auch. Es gibt aber Prinzipien und Grundlagen, die man nicht verschweigen und nicht verleugnen darf. Wenn wir Juden aber mit der Politik des Verschweigens und des Verleugnens kommen, dann begreife ich, daß diejenigen, die unsere Arbeit von ferne betrachten, zur Ansicht kommen, daß in unserer Arbeit keine Wahrheit liegt. Konnte z. B. die Shaw-Kommission ein anderes Urteil fällen, wenn sie die Aussagen der Araber anhörte, die mit ganzer Kraft für ihre Ansicht eintraten, und daneben unsere Vertreter, die nach den Weisungen des Präsidenten Weizmann nur eine halbe Wahrheit vertraten? Ein Volk darf nicht das Hauptideal seiner zukünftigen Existenz verleugnen. Das haben wir in der Geschichte des polnischen Volkes gesehen. Auch dort gab es sogenannte Realisten, die zur Ruhe mahnten, aber die Welt und selbst die Gegner achteten jene kleine Gruppe, die revolutionär für ihre Freiheit kämpfte. Man sagt uns, im Basler Programm sei vom Judenstaat nicht die Rede. Zum Glück gibt es bei diesem Kongreß noch einige Zeugen des ersten Kongresses- Mögen sie von dieser Tribüne sagen, bei allem, was ihnen heilig und teuer ist, ob man an etwas anderes als den Judenstaat dachte (Lebhafter Beifall). Für uns Misrachisten ist die Balfour-Deklaration nicht die einzige Grundlage für die Rückkehr in unser Land. Wir haben noch andere alte Deklarationen,. Deklarationen unserer Propheten, auf die sich auch unsere Führer beriefen, in San Remo und als sie mit dem Volk der Bibel, den Engländern, sprachen, und an die wir Misrachisten glaubten, als an den Anfang zum Kommen des Moschiach (Beifall). Für uns ist die jüdische Mehrheit in Palästina und der Judenstaat keine Phrase und nicht eine Gelegenheit für sozialistische oder militaristische Experimente, sondern eine der Hauptgrundlagen unseres Glaubens. Dafür wollen wir die größten Opfer bringen und in diesem Ideal unsere Kinder erziehen. Bei der Eröffnung der Universität in Jerusalem ging mein Geist beim Anblick dieser gewaltigen Massen aus aller Welt in das Galuth zurück und ich sah die jüdische Mutter, wie sie ihrem Kind das Wiegenlied vom Kommen des Moschiach singt.. Das gibt dem Kinde die Kraft, für Erez Israel und den Judenstaat zu kämpfen. Diese Kraft will man uns entreißen und uns ein Lied lehren von 1000 bis 150a Immigranten jährlich. Dieses „Ideal" vertreibt aber die Jugend aus unserem Lager. Und wäre nicht die Politik Weizmanns, der Revisionismus wäre nicht so stark wie er heute ist. Sie sehen doch, wozu diese Politik führt: zu diesem verkrüppelten System des Brith Schalom. Man spricht von einem groß-arabischen Staat mit einer kleinen Provinz Palästina und Minderheitsrechten für die Juden. Weizmann machte mir

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