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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 191

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 191 (sequence 194)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Locker, Motzkin 191 gegen den MacDonald-Brief mit einer scharfen Rede auf, die der Auffassung der Revisionisten nahestand. Ich sagte Ihnen damals und muß es Ihnen zum zweiten Mal sagen, und ich weiß, Sie fühlen, daß ein Kern Wahrheit darin liegt: mit Ihrer Sympathie für den Revisionismus untergraben Sie diejenige Auffassung des Zionismus, für die Sie seit mehr als 40 Jahren arbeiten und kämpfen. "Wir stehen vor einer ernsten Situation. Für die Allgemeinen Zionisten und den Misrachi heißt die Frage: Mit wem geht Ihr? Wollen Sie sich mit den aufbauenden Kräften im Zionismus, mit der Arbeiterschaft vereinigen oder mit dem Revisionismus? Altneue Winde beginnen wieder in der Bewegung zu blasen. Die Unruhen und all die tragischen Ereignisse, die nachher kamen, werden von bestimmten Kreisen ausgenutzt, einen neuen Versuch einer Antiarbeiterkonzentration zu machen. Vor vier Jahren hat sich das nicht gelohnt. Sie sollten gut überlegen, ob es sich diesmal lohnen wird. Sie haben zwei Möglichkeiten: mit jenem Flügel zu gehen, für den eine Situation schwer und unerträglich sein kann, aber nie so unerträglich, daß die konkrete Tat jedes Tages nicht fortgesetzt werden sollte, oder mit jenem Teil, für den Deklarationen nach außen, Zersplitterung nach innen und die Zerstörung der konstruktivsten Kraft im Zionismus Hauptaufgabe sind. Diese Entscheidung wird auch über Ihr eigenes Los bestimmen. Die -zionistische Bewegung befindet sich in einem tragischen Zustand. Unsere finanziellen Schwierigkeiten kommen nicht nur aus unserer politischen Situation, sondern auch aus der inneren Gebrochenheit der zionistischen Bewegung. Und vor Ihnen, Allgemeine Zionisten und Misrachisten, steht die Frage: Wollt Ihr Euch mit jenem Teil der Bewegung verbinden, der in die jüdische Freiheitsidee den schönsten sozialen Inhalt gebracht hat, oder mit den anderen, die in unserer Bewegung die soziale Reaktion repräsentieren? (Beifall.) Um die Wahrheit zu sagen, ich bin nicht sehr optimistisch. 1927 saßen hier Menschen, die uns sagten, der Chaluz habe seine Rolle schon ausgespielt. Es verbreitete sich die Ideologie einer Privatinitiative, die in nichts als Feindschaft gegen den Arbeiter bestand. Vor dieser Ideologie warnen wir Sie. Ebenso vor einer zweiten Ideologie, die aus Amerika kommt. Es ist sehr erfreulich, daß Sie in Amerika auf dem Grundsatz stehen, daß die konkrete Aufbauarbeit an erster Stelle stehen muß. Aber Ihr Programm hat auch eine andere Seite (Zwischenruf JACOB FISHMAN: Das ist nicht das offizielle Programm). Ich kann mich nicht in die internen Angelegenheiten des amerikanischen Zionismus einmischen und weiß nicht, wer von Ihnen zu diesem Programm steht. Es war in der Presse als offizielles Programm veröffentlicht. Es hat gute Seiten, aber wie ein roter Faden zieht sich durch das ganze Programm der Gedanke, daß man keine Kwuzah braucht, daß die Idee der Selbstarbeit überflüssig sei usw., kurz jene Corporation-Ideologie, von der ich schon einmal gesprochen habe. Mit manchen amerikanischen Zionisten ist es eine merkwürdige Erscheinung. Es gibt in Amerika und auch in anderen Ländern Juden, die in der nichtjüdischen Welt sehr fortschrittliche Menschen sind, innerhalb des jüdischen Lebens jedoch sind sie reaktionär. Etwas ähnliches ist auch im amerikanischen Zionismus zu beobachten. Da gibt es Fast-Revisionisten, Leute, die in ihrer Ideologie den Revisionisten sehr nahestehen, für die Nichtjuden aber sind sie Anhänger der Fabier-Gesellscbaft. Diese Corporation-Ideologie, diese Ideologie des anonymen Kapitalismus greift nach den Grundlagen der zionistischen Bewegung. Wenn der von Ihnen vorgeschlagene Economic Board, der der Zionistischen Exe-

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