Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 193)
- Language
- German, English, Hebrew
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190 6. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte BERL LOCKER (Arb., Amerika): Ich erkläre, daß ich mit dem letzten vSatz meiner Ausführungen nicht die Absicht hatte, irgend einen Teil des Kongresses zu beleidigen. VORS. PRÄS. MOTZKIN bittet die Delegierten, keine Leidenschaft in die Diskussion hilleinzubringen. BERL LOCKER (fortfahrend): Geehrter Kongreß! Meine Ausführungen tragen einen politischen Charakter und es tut mir leid, daß es bei politischen Ausführungen manchmal nötig ist, politische Vergleiche anzuführen. Ich wende mich weiter an Herrn Ussischkin. Ich wende mich an ihn nicht nur als Person, sondern weil er vielleicht den besten Typus jener Allgemeinen Zionisten repräsentiert, für die die konkrete Aufbauarbeit das Ziel ihres ganzen Lebens ist. Herr Ussischkin hat dem Revisionismus gratuliert wegen der Jugend, die er zum Zionismus gebracht hat. Und gleichzeitig hat sich Ussischkin mit freundlichen Worten an die linke Seite des Hauses gewendet. Wissen Sie, Herr Ussischkin, daß die jüdische Arbeiterschaft in Palästina durch die Revisionisten als „Verräter" und „Sanballatimcc bezeichnet wird? Das ist die Erziehung, die der Revisionismus der Jugend gibt. Die ganze jüdische Arbeiterbewegung wird durch ihn nicht als eine chaluzische Bewegung, sondern als Emissäre von Kräften bezeichnet, die sich außerhalb des Zionismus befinden. Mit Worten, wie sie heute als Zwischenrufe an unsere Adresse gerichtet wurden, ist die revisionistische Presse und die revisionistische Agigation überfüllt. So erzieht man die Jugend. Und Sie, Herr Ussischkin, und Ihr Allgemeinen Zionisten und Misrachi, seid vorsichtig, es handelt sich um Euch. Nicht unsere Jugend nehmen sie weg, sondern die Eure. Diese Bewegung ist in ihrem ganzen Wesen eine negative, sie trägt in die Jugend nur leere Proklamationen und den Gedanken und die Überzeugung hinein, daß man nur stark zu schreien hat, die konkrete Arbeit habe keinen Wert. Und wenn ich nun über die Arbeiterbewegung spreche, möchte ich folgendes bemerken: Herr Jabotinsky hat ein merkwürdiges System. Im Warschauer „Hajnt" und im New Yorker „Morgenjournal" spricht er von einer Sache, auf dem Kongreß spricht er etwas anderes. Ich habe ihn schon auf dem letzten Kongreß darauf aufmerksam gemacht. Wenn Jabotinsky auf die Kongreßtribüne tritt, dann vergißt er die Arbeiterbewegung in Erez Israel, die Bewegung, von der er der Jugend in Polen erzählt, daß sie deshalb bei den Wahlen in Palästina gesiegt hat, weil sie falsche Schekalim verteilt hat, daß sie nicht national ist, weil sie gegen die sogenannte nationale Arbitration ist — diese soll zwar nicht durch den Waad Leumi gewählt werden, da doch Wahlen bekanntlich nichts taugen, sondern von einigen Baalebattim (Zwischenrufe seitens der Revisionisten: Lüge!). Ich danke für diesen parlamentarischen Zwischenruf. Grossmann sagt, daß ich mir die Sache erdacht habe, und Soskin bestätigt es. Aber, meine Herren, Sie können diese Artikel lesen. In Artikeln des „Hajnt" und „Morgenjournal" erklärte Jabotinsky, daß man die Arbeiterbewegung in Erez Israel zerbrechen müsse, denn sie sei an die Zionistische Exekutive verkauft, sie brauche Budgets (Beifall bei den Revisionisten). Wir seien Budget-Zionisten, die Revisionisten sind offenbar Antibudget-Zioni-- sten (Beifall bei den Revisionisten). Herr Ussischkin,' in New York traten Sie