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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 187

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 187 (sequence 190)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Grünbaum, Locker i87 und bringen es in den Kreis der Kulturländer. Damit prägen wir ihm unseren Namen auf. Und wenn wir das tun, wird es ein wirklicher jüdischer Staat sein (Lebhafter Beifall). Wir müssen von diesem Kongreß mit einem neuen politischen System weggehen, aufgebaut auf unermüdlichem Kampf um unser Recht auf Erez Israel, getragen durch das Befreiungsideal und durch das Bewußtsein, daß wir die Judenfrage lösen, aber auch getragen von einem unerschütterlichen Willen, die Aufbauarbeit, die kolonisatorische Arbeit unter allen Umständen zu führen, sie auf keinen einzigen Augenblick trotz aller Hindernisse und Störungen einzustellen. Wir müssen wieder die Fahne, auf der geschrieben steht, daß der Zionismus die Judenfrage lösen will, aufheben und hochtragen. Wir müssen der Welt zum Bewußtsein bringen, daß unser Kampf unserem Rechte auf Erez Israel gilt, daß nur so die Judenfrage gelöst, daß nur so die Welt von dieser Frage befreit wird. Die Judenfrage ist eine internationale Frage und Erez Israel ein internationales Problem. Wir müssen uns in unserer Politik hüten, dieses Problem Palästinas in eine Frage des britischen Imperiums zu verwandeln. Wir haben ein Recht darauf, zum Völkerbund zu gehen, an die Welt, an die zivilisierten Völker zu appellieren. England ist nicht mehr als Mandatar, vom Völkerbund beauftragt, Palästina so zu verwalten, daß in ihm ein Nationalheim für das jüdische Volk entsteht. Das sind keine Klagen, keine Feindseligkeiten. Nicht wir sind daran schuld, daß die Taten schlecht sind und Großbritannien einen schlechten Namen machen. Wenn die britische Administration in Palästina wieder einen guten Namen haben will, soll sie ihre Taten ändern. Auf diesen Prinzipien soll das neue System unserer Politik aufgebaut und einer neuen Leitung anvertraut werden, die in all diesen Richtungen ihren Weg stark und sicher geht für unsere Befreiung, für den jüdischen Staat, für die Erlösung des jüdischen Volkes (Lebhafter Beifall). BERL LOCKER (Arb., Amerika — spricht jüdisch): Ich will mich nicht viel mit Politik beschäftigen, sondern hauptsächlich mit innerzionistischen Problemen und der Lage unserer Bewegung. Ich will die Rede Weizmanns nicht analysieren, nur soviel will ich sagen, daß vieles unsere Zustimmung findet, wenn wir auch mit einigen seiner Ausführungen nicht einverstanden sind. In dem Moment, da ein neues Programm unserer Araberpolitik formuliert wird, darf man die großen Perspektiven, welche wir mit dem Zionismus verbinden, nicht vergessen. Man scheint hier Endziel mit Messianismus zu verwechseln. Wir müssen uns aber hier mit den Fragen realer Politik, den konkreten Möglichkeiten von morgen und übermorgen beschäftigen. Unser Endziel ist die Befreiung des jüdischen Volkes. Demgegenüber sind alle politischen Formulierungen zweiten Ranges- Wer glaubt, daß wir mit 51 Prozent unser Ziel erreicht haben und mit 49 Prozent nicht, der hat das Problem nicht verstanden. Man kann aus Tel Aviv vielleicht einen jüdischen Kanton machen, und ein Kanton ist auch ein Staat. Aber das ist nicht das Endziel.Wenn Millionen Juden in Erez Israel sein werden, verwurzelt in Boden und Arbeit, mit starker Kultur, dann wird das Problem des Zahlen Verhältnisses zu den anderen nicht von großer Bedeutung sein. Ich habe bedauert, daß das Referat über die Lage der Juden hier nicht gehalten worden ist. Man muß es aber der Welt sagen, daß ein Volk von 17 Millionen Menschen keine Möglichkeit eines normalen Lebens in der Welt hat, und daß dieses Volk um diese Möglichkeiten kämpft.

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