Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 182)
- Language
- German, English, Hebrew
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U ssischkin *79 (Beifall). Dieses Wort haben wir vor den Großmächten der Welt gesprochen, und Sie hätten sich mit diesem Worte verewigt. Damals hatten Sie Mut. Nach einigen Jahren voller Schwierigkeiten haben Sie sich aber zurückgezogen. Und wenn Sie nun nur mit der Ziege kommen, werden Sie auch bei der Ziege bleiben (Beifall). Sie sprachen gestern über Herzl, den Judenstaat usw. Sie wissen, daß Herzl für uns eine Autorität war, wenn er mit dem Wunsche des jüdischen Volkes übereinstimmte. In dem Moment, wo er daran verzweifelte und das Vertrauen zu den Idealen des jüdischen Volkes verlor, waren es Sie und ich und andere, die ihm offen und klar sagten: Herzl, Sie sind uns allen heilig und teuer, aber wenn wir vor der Wahl stehen zwischen Erez Israel oder Herzl, so werden wir auf Herzl verzichten, aber nicht auf Erez Israel (Beifall). Und nach 28 Jahren sage ich Ihnen: Wenn wir, das jüdische Volk, nicht nur die Zionistische Organisation, vor der Wahl stehen werden, für ewig auf unser großes Ideal oder auf Sie, auf Weizmann zu verzichten, so werden wir auf Sie verzichten (lebhafter Beifall). Ich verstehe, daß es nicht ganz gut ist, wenn man etwas spricht, was man nicht sprechen soll. Aber es ist noch schlimmer, wenn der Führer der Bewegung das tut. Niemand hat Sie, weder in Berlin noch hier, gezwungen, das zu sagen, was Sie gestern gesagt haben (Beifall). Beschreiten Sie nicht den unglücklichen Weg jener Gruppe, die aus dem großen Ideal der Propheten die Karrikatur des Brith Schalom geschaffen hat. Unser Endziel ist klar, und wir brauchen nicht hierüber zu sprechen. Ben Gurion hat heute über die Gruppe der Revisionisten gesprochen. Ich gehöre nicht dieser Gruppe an, und zwar aus verschiedenen Gründen, die ich noch anführen werde. Und doch kann man sie nicht so bagatellisieren. Ben Gurion, Sie sind noch jung (Heiterkeit), ich bin älter und ich erinnere mich, was es ein Jahr vor dem ersten Zionistenkongreß gab, wie die vernünftigen Juden, die vernünftigen Chowewe Zion über die Bewegung der „Jüngelchen" gesprochen haben, die Herzl versammelte. Aus diesen „Jüngelchen" ist etwas Großes geworden; weil eine Bewegung aus Temperament, mit Hilfe von Hoffnungen, von Begeisterung geschaffen wird. Sie (wendet sich zu den Arbeitern) haben das Glück, der Jugend in einer anderen Form Begeisterung zu verleihen. Aber es gibt noch eine Jugend, der Ihre Formen keine Begeisterung einflößen, die in anderen Formen Begeisterung sucht. Und ich danke Ihnen (zu den Revisionisten), daß Sie der Jugend neue Hoffnungen auf unsere politische Zukunft gegeben haben (Beifall). Vor zwei Jahren stand ich in Zürich vor dem Kongreß und habe den Allgemeinen Zicnisten gesagt: Sie haben keine Jugend. Ich glaube, es ist jetzt auch bei den Allgemeinen Zionisten in dieser Beziehung eine Wendung zum Besseren eingetreten. Und es wird noch besser werden, wenn man nicht tut, was man jahrelang getan hat. Ich will nun über unsere Beziehungen zu England sprechen. Man hat uns gegen unseren Willen gezwungen, mit dem englischen Volke und mit seinen Regierungen zu kämpfen. Wir wollen es nicht. Wir wissen, wie ungeheuer stark England ist und wie ungeheuer schwach die Juden sind. Eines aber haben wir, was England nicht hat: Für uns handelt es sich um Sein oder Nichtsein als Volk. Das ist eine ungeheure Kraft. Für England ist Palästina nur ein Bruchteil seiner Interessen, und darum wenden wir uns von hier, von dieser Tribüne des ganzen jüdischen Volkes, an England und sagen: Großes, mächtiges englisches Volk! Verstehe die Lage eines 17 Millionen-Volks, mit gewaltigen intellektuellen Kräf-