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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 175

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 175 (sequence 178)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7983-3484132
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]abotinskyy Motzkin 175 Was ich hier sage, ist keine Änderung des Mandates, sondern seine Interpretation, Unsere Partner „interpretieren" das Mandat; so ist es auch unsere Pflicht, «inmal zu sagen, wie wir das Mandat und den Ausdruck Nationalheim interpretieren. Man wird fragen, wozu man unsere Interpretation laut aussprechen soll. Man soll es sagen, weil es die einzige legale Grundlage für unsere Forderung nach einer großen Immigration ist. Meine geehrten Freunde und geehrten Gegner werden vergeblich im Mandat eine Stelle suchen, wo ausdrücklich von unserem Recht auf eine große und schnelle Immigration die Rede ist. Das nützen unsere Gegner aus. Die einzige legale Grundlage dafür, daß wir berechtigt sind, eine große Immigration zu verlangen, ist, daß der Ausdruck Nationalheim jüdische Mehrheit bedeutet. Ich würde raten, auf diese Grundlage nicht zu verzichten, weil die Gegner des Zionismus behaupten, daß man ein Nationalheim auch mit einer Minderheit schaffen könne und daher auch eine kleine Immigration genüge. Wollen Sie eine rechtliche Grundlage für eine große Immigration, dann bestehen Sie auf dieser Interpretation. Die zweite Ursache ist, daß man den Schwung der zionistischen Bewegung verkleinert hat, und die Folgen davon zeigen sich schon in allen Ländern. Es steht schlecht mit dem Nachwuchs des reinen Zionismus, der Zionismus hat seine bezaubernde Macht über die jüdischen Seelen verloren. Es gibt zwar Parteien, welche diese Lücke mit einem andern Inhalt ausgefüllt haben, der vielleicht auch gut, aber nicht zionistisch ist. Wir sind aber in der Gefahr, daß das rein zionistische Pathos und der rein zionistische Enthusiasmus verschwindet; und es ist Gebot der Stunde, festzustellen, daß der Zweck des Zionismus wirklich die Lösung des jüdischen Problems ist und die Schaffung dessen, was man unter Judenstaat versteht. Und das Dritte: Die Wahrheit hat eine reinigende Wirkung. Ist nicht jeder von uns müde, ist nicht jedem von uns übel von diesem ewigen Ausweichen? Die Reinigung der Atmosphäre ist zu einer politischen Notwendigkeit geworden, und sie geschieht dadurch, daß wir die Wahrheit sagen. Warum sollen wir erlauben, daß man das Wort Judenstaat als einen Extremismus bezeichnet? Die Albaner haben ihren Staat, die Bulgaren haben ihren Staat, Staat ist doch der normale Zustand eines Volkes; gäbe es heute einen jüdischen Staat, niemand würde sagen, daß es abnormal ist. Und wenn wir zur Normalisierung streben, darf man sagen, daß das Extremismus ist — und wir selbst sollen es sagen? (Starker Beifall.) VORS. PRÄS. MOTZKIN: Herr Jabotinsky, wenn Sie die zehn Minuten, •die Ihre Gruppe sich beim nächsten Redner freiwillig abziehen läßt, wie mir mitgeteilt wurde, genau einhalten, kann Ihnen diese Verlängerung der Redezeit gewährt werden. VLADIMIR JABOTINSKY: Ich danke dem Präsidenten, ich komme zum Schluß. Ich bitte den Kongreß, in dieser Frage des Judenstaates vollkommene Klarheit zu schaffen. Viele Delegierte suchen ernsthaft nach einem klaren Ausdruck; es gibt Entwürfe, ich habe ein gut formuliertes Programm gesehen, das unsere Freunde aus Amerika vorbereitet haben. Sie sprechen aber von einem „preponderant body". Das kann nicht genügen, das ist nicht klar. Vor drei Jahren hatte ich ein freundschaftliches Gespräch mit einem hervorragenden jüdischen Beamten in Palästina, einem Anhänger des Brith Schalom. Er sagte:

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