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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1931-01-01 · 17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931 · p. Seite 164

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
17 (1931) Basel, 30. Juni bis 17. Juli 1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 164 (sequence 167)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476288--7972-3484121
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164 Sechste Kongreß-Sitzung. Donnerstag, 2. Juli 1931, nachmittags. Beginn der Sitzung 16 Uhr 30 Min. Vorsitz: Präsident Motzkin. SAMMY GRONEMANN (Vors. des Kongreßgerichtes — spricht deutsch): Ich habe die Ehre, folgende Mitteilung zu machen, entsprechend einem Beschluß des Zionistischen Ehrengerichtes. In Sachen Lieberoff-Mase hat das Ehrengericht in der Besetzung durch die Herren Rechtsanwalt Gronemann, Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn und Dr. med. Oskar "Wolfsberg erkannt: Die gegen den Parteigenossen Jehuda-Liberoff erhobenen Beschuldigungen unwürdigen Verhaltens sind nach der Untersuchung durch das Ehrengericht nicht gerechtfertigt. Den angeklagten Parteigenossen Mase und Katz wird wegen ihres Verhaltens in dieser Angelegenheit ein Verweis erteilt. Das Urteil ist von der Kongreßtribüne zu verkünden. VLADIMIR JABOTINSKY (Rev., Ägypten-Syrien, mit lebhaften, andauernden Ovationen begrüßt — spricht deutsch): Die revisionistische Fraktion hat mich beauftragt, ihre Stellungnahme zu der gegenwärtigen politischen Lage darzulegen. Ich werde diese Lage unter zwei Punkten behandeln: der erste Punkt kann kurz als der MacDonald-Brief beschrieben werden, der zweite ist die Frage der Zielsetzung im Zionismus. Der Zusammenhang zwischen ökonomischem Aufbau und politischem Regime ist heute bereits für alle selbstverständlich, und es ist nicht mehr notwendig,, auf einem Kongreß diesen Zusammenhang zu beweisen. Wohl besteht bei uns die Sitte, davon zu sprechen, daß tatsächliche Positionen wichtiger seien als politische Rechte. Ich glaube aber nicht, daß diese Behauptung bewiesen werden kann. Wohl kann der Zionismus nur verwirklicht werden durch Anhäufung positiver, besonders ökonomischer Positionen. Aber es ist eine Übertreibung, zu sagen, daß diese Positionen an und für sich bereits politische Besserungen herbeiführen. Im Gegenteil, es gibt Fälle, daß ein Volk nicht nur „wichtige Positionen** hat, sondern das ganze Land beherrscht, und daß es doch durch ein schlechtes politisches Regime verarmt. Rußland war das reichste Land der Erde, aber der Bauer war der Ärmste, der Arbeiter war der Elendeste und ebenso der Jude — weil in diesem Lande ein schlechtes politisches Regime herrschte. Umso weniger kann man sagen, daß es genügt, ökonomische „Positionen'* zu schaffen, um automatisch politische Zugeständnisse zu erzielen. Erst in den letzten Wochen haben wir in dieser Hinsicht zwei unangenehme Illustrationen gehabt: Afule ist ein Embryo einer jüdischen Stadt, also schon an und für sich eine Position; dazu noch im Emek, der ja als eine unserer glänzendsten „Positionen" im Lande gilt. Aber es ist doch nicht gelungen zu erwirken, daß bei dem Bau der Landstraße über Afule auch jüdische Arbeiter in genügender Zahl beschäftigt werden. Sie kennen auch die Geschichte einer anderen jüdischen „Posi-

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